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    Das Schleifensystem - Teil 1  5 von 8eine Seite zurückeine Seite vor

    Das Schleifensystem - Teil 1
    Schleifensystem Zeichnung

    Bei den Erdsystemen wurde die benötigte Erde beim Teilnehmer Fernsprecher als großer Aufwand empfunden. Die Herstellung einer guten Erdverbindung bereitete auf dem Lande manchmal ehr viele Schwierigkeiten. In den Städten war die gute Erdung selten ein Problem.

    Es durften beim Erdsystem auch an der Teilnehmerleitung die beiden Adern a und b wegen der Stromstoßgabe nicht vertauscht werden.

    Die Stromstöße vom Nummernschalter wurden über Ader-a übertragen. Während der Impulsgabe musste die Erde an die Ader-b gelegt sein.

    Ein Schleifensystem ohne Erde, bei dem die Stromstöße in nur durch kurze Unterbrechungen übertragen wurden, vermeidet obige Einwände.

    Dafür musste aber auf die Zwangsläufigkeit zwischen dem Nummernschalter und Nummernempfänger verzichtet werden. Das löste einiges an Besorgnis aus. Die gute und von den Zeiten her unempfindliche Stromstoßgabe hing jetzt nur noch von den Zeiten ab.

    Es war vom gleichmäßigen Ablauf des Nummernschalters abhängig und in dem Amt mussten die Zeiten gut überwacht werden.

    Die Grundbedingungen waren sonst die gleichen wie beim Erdsystem.

    • Speisung Teilnehmer - ZB Betrieb vom eigenen Amt aus
    • Verwendung von II. Vorwählern
    • Misch- und Staffelschaltungen
    • Fernverkehr über die Ortswähler oder über Vorschalteschrank mit Parallelklinken
    • Aufschalten auf und Trennung von Ortsverbindungen
    • Steuerschalter nur in den LW
    • Die stufenweise Rückauslösung
    • besondere LW für Mehrfachanschlüsse ohne Nachwähler
    • Besetztzeichen wurde vom I. GW bzw. von der Stromstoßübertragung ausgegeben.


    Hebdrehwäler mit Öllpumpensteuerung
    Mit der Einführung des Schleifensystems musste eine gute Zeitüberwachung der Impulse in allen Nummernempfängern (Wahlstufen) vorgesehen werden.

    Diese Überwachung kann mechanisch Verzögerungswerke oder durch Abfall verzögerte Relais erfolgen.

    Als Anforderungen diese Überwachung war die Einhaltung der verschiedenen Zeiten. Ein Ausbleiben der Stromstoßimpulse von 100 ms musste eindeutig erkannt werden, um die Umsteuerung für das Suchen einer freien Leitung auszulösen, bzw. im LW auf den Nummernempfang zum Drehen umzusteuern.

    Eine Unterbrechung von mehr 150 ms musste als Auslösen sicher erkannt werden und die Zeiten durften sich auch über größere Zeiträume nicht ändern.

    Die natürlichen Einflüsse, wie Abnutzung, Temperatur, Feuchtigkeitsschwankung und Staub durften keine Veränderung der Zeiten verursachen.

    Es wurden für die Zeitüberwachung (Mechanisch oder elektrisch) verschiedene Möglichkeiten untersucht und getestet.

    Als mechanische Überwachung wurden kleine Laufwerke, Luftpumpen wie bei den Bogenlampen benutzt und kleine, besonders entwickelte Ölpumpen verwendet, die an den Nummernempfänger (Hebdrehwähler) angebaut waren und von dem Hebemagneten gesteuert wurden.

    Das Bild zeigt einen Hebdrehwähler nach der Strowger Bauart, der lange Zeit mit 2 Ölpumpen in Betrieb war, eine für die Steuerzeit und eine für die Auslösezeit.

    Die beiden Pumpen wurden bei der Betätigung des Hebemagneten angesteuert und wirkten verzögernd auf zwei Kontakte. Dadurch wurden die entsprechenden Schaltvorgänge veranlasst.

    Als elektrische Überwachungen wurden Abfallverzögerte Relais mit Kupferrohr oder mit einer Dämpfungswicklung, die kurzgeschlossen waren, oder durch andere Relaiskontakte geschlossen oder geöffnet, wurden erprobt.

    Es wurden zwei Verzögerungsrelais verwendet, ein Auslöserelais V1, das durch einen Arbeitskontakt des Stromstoßrelais das während der gesamten Verbindungszeit angezogen war und am Schluss der Verbindung durch seinen Abfall die Auslösung einleitete und ein Steuerrelais V2, das durch einen Ruhekontakt des Stromstoßrelais während der Stromstoßgabe erregt gehalten wurde und die Umsteuerung nach der Stromstoßgabe veranlasste.

    Die Verzögerungszeit von Relais V1, war etwa 150 ms, diejenige von V2, etwa 100 ms. Die Untersudrungen haben ergeben, dass die mechanische Zeitüberwachung durch Ölpumpen eine größere Abweichung durch verschiedene Einflüsse hatte als die elektrische Überwachung durch Relais.

    Das Bild zeigt einen Hebdrehwähler mit Ölpumpensteuerung für das Umsteuern und Auslösen der Verbindung, die Ansteuerung der Pumpen erfolgte durch den Hebemagneten.

    Die Verzögerung der Relais mit der leicht einstellbaren Abfallzeit ist abhängig

    • von der Erregung
    • von der Belastung
    • vom Klebestift

    Wenn diese Werte im Betriebe konstant bleiben, dann ändern sich auch die Schaltzeiten der Relais nicht.

    Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die Klebestifte zu richten, die sich ebenfalls nicht verändern dürfen. Sie dürfen nicht zu weich und auch nicht zu klein sein.

    Wegen der Abnutzung der Klebestifte wurde später allgemein Klebebleche verwendet. 

    Es wurde das Schleifensystem mit Überwachung der Zeiten durch Relais entwickelt. Es schloss sich an das steuerschalterlose Erdsystem an, das durch die erforderlichen Änderungen der Speisebrücken und der Zeitüberwachung für Steuerung und Auslösung durch Relais an den Schleifenbetrieb angepasst wurde.


    Die LW wurden mit den Schaltaufgaben des Fernverkehrs gebaut und der frühere Fernnachwähler wurde nicht mehr benötigt.

    Die Schaltung der LW wurde dadurch umfangreicher und es wurde der Steuerschalter im LW wiedereingeführt.

    Es wurde je nach Art des LW zwei verschiedenen Steuerschaltern nach der Bauart eines Drehwählers ohne Auslösemagneten verwendet.

    Es wurden LW mit einem kleinen Steuerschalter nur für Ortsverkehr bei Verwendung von Vorschalteschränken mit Parallelklinken für den Fernverkehr und LW (OFLW) mit großem Steuerschalter für Orts- und Fernverkehr ohne Vorschalteschrank entwickelt.

    Für Mehrfachanschlüsse mit mehr als 3 Leitungen wurden die LW in einer extra Gruppe angeordnet. Die LW waren so geschaltet, dass nach der Einerwahl das Einstellglied sich selbständig so lange weiterdrehte, bis entweder eine freie Teilnehmerleitung gefunden oder ein Leerkontakt erreicht wurde.

    Vom Leerkontakt, der hinter jedem Mehrfachanschluss vorgesehen war und das Ende des Mehrfachanschlusses kennzeichnete, wurde das Besetztzeichen durch den  I. GW eingeleitet.

    Die Mehrfachanschlüsse erhielten eine besondere sogenannte Sammelnummer, bei deren Anwahl die Auswahl einer freien Leitung an dem LW erfolgte.

    Beim Anruf der gewöhnlichen Leitungsnummer erfolgte keine Weiterschaltung.


    Zeitraum  ab 1909
    Land:  D
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen : Das Schleifensystem - Teil 2 Weitere Informationen verfuegbar Das Schleifensystem - Teil 2  

    Das Schleifensystem - Teil 1  5 von 8eine Seite zurückeine Seite vor
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