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    Der Motorwähler 58  2 von 15eine Seite zurückeine Seite vor

    Der Motorwähler 58
    Motorwähler System 56/58 mit Kontaktbahn

    2.1. Bauart des Wählers

     

    Der Motorwähler ist ein Drehwähler, dessen Schaltarmsatz von einem Schnell-Laufenden Motor besonderer Bauart über ein Zahnradgetriebe angetrieben wird. Der Wähler besteht aus dem im Gestell befestigten Kontaktsatz und dem Einschub, auf dessen Grundplatte Motor, Getriebe und Schaltarmsatz angeordnet sind. Die elektrische Verbindung zwischen Kontaktsatz und Einschub wird durch eine 27teilige Steckerleiste hergestellt, die sich unterhalb der Bahnen des Kontaktsatzes befindet

     

    Der Kontaktsatz mit 52 Lamellen je Kontaktbahn wird von den uni 180 Grad versetzten Schaltarmen bei einer vollen Umdrehung in zwei Bahnen durchlaufen. Dadurch erhält man einen Wähler mit 100 nutzbaren Ausgängen. Bei Verwendung als Gruppen- oder Leitungswähler sind die erforderlichen zehn Dekaden hintereinander angeordnet. Die Dekaden 1 bis 5 liegen in einer, die Dekaden 6 bis 0 in der zugehörigen zweiten Kontaktbahn.

     

    Wird z. B. eine 6 gewählt, so muss der Wähler die Dekaden 1 bis 5 überlaufen; wird eine Null gewählt, so überläuft der Wähler die Dekaden 1 bis 9. Aus dieser Technik ergibt sich eine höhere Beanspruchung für Schaltarme und Lamellen als beim Hebdrehwähler.

     

    Die Schaltarme haben unterschiedliche Schaltarmmäuler. Die Schaltarme für die Sprechwege haben ein „Spitzmaul", das beim Lauf durch die Kontaktbahn eine gleichzeitige Berührung zweier benachbarter Lamellen ausschließen soll. Die Steuerschaltarme haben ein „Flachmaul", das unmittelbar nach dem Verlassen einer Lamelle die folgende berührt. Dadurch erhält der Steuerschaltarm einen zeitlichen Vorlauf, der dem Prüf- und Stillsetzvorgang zugute kommt.

     

    In der Nullstellung des Wählers stehen die um 180 Grad versetzten Schaltarme beiderseits des Kontaktsatzes auf Null-Lamellen. Es sind demnach zwei Nullstellungen möglich, die sich dadurch unterscheiden, dass entweder der Schaltarmsatz von der Kontaktbahn kommend die Null-Lamelle erreicht, oder durch die Luft drehend auf die andere aufläuft.

     

    In der Nullstellung des Wählers wird über einen Hebel mechanisch der Nullkontakt m0 betätigt. Der Kontakt schließt, wenn die Schaltarme die Nullstellung verlassen, er öffnet, wenn sie die Nullstellung erreichen. Der Nullkontakt entspricht etwa dem Kopfkontakt beim Hebdrehwähler.


    Motorwähler mit Z-Förmigen Antriebsanker und Zahnrad

    2.2. Der Motor und der Lauf des Wählers

     

    Der Motor in der Form des Zweispulenmotors besteht im Wesentlichen aus zwei im rechten Winkel zueinander angeordneten festen Magnet­spulen, vor deren Kernen ein wicklungsloser, Z-förmiger Anker drehbar angeordnet ist. Die Grundplatte, auf der die beiden Spulen befestigt sind, dient als magnetisches Joch. Bei dem aus Blechen ge­schichteten Anker bildet der Mittelteil den Hauptpol, die Hörner des Ankers sind Hilfspole. Die Ankerwelle trägt eine Unterbrecherscheibe für das Öffnen und Schließen der Steuerkontakte und das Ritzel für den Antrieb des Schaltarmsatzes.

     

    Wenn eine Magnetspule eingeschaltet wird, wandert ein Hilfspol und dann der Hauptpol des Ankers vor den Kern dieser Magnetspule. Wird jetzt die zweite Spule ein- und die erste abgeschaltet, drehen sich Hilfs- und Hauptpol vor die zweite Spule. Die Drehung des Ankers wird also durch wechselseitiges Ein- und Ausschalten der Spulen be­wirkt, welches der Motor selbst dadurch besorgt, dass die Unter­brecherscheibe auf der Ankerwelle zwei Steuerkontakte betätigt. Diese sind so eingestellt, dass entweder die eine bzw. die andere oder kurz­zeitig beide Spulen eingeschaltet sind. Der Einschaltzustand beider Spulen wird mit „Überlappung" bezeichnet. Den Zustand der völligen Stromunterbrechung durch die Steuerkontakte darf es nicht geben, da dann der Anker nicht stetig vorangezogen wird. Die Überlappung ist auch notwendig, damit ein abgeschalteter Wähler, dessen Schaltarm­satz oder Anker von Hand weitergedreht wurde, nach Wiederein­schalten des Stromes anlaufen kann. Die Überlappung ist nach räum­licher Lage zwischen den Magnetspulen (neutrale Zone) und nach zeitlicher Dauer so gewählt, dass der Anker stets in einer Richtung gedreht wird. Die Übersetzung vom Ritzet des Ankers bis zum großen Zahnrad des Schaltarmsatzes ist so, dass 90 Grad Ankerdrehung einem Schritt der Schaltarme von Lamelle zu Lamelle entspricht.

     

    Der eben beschriebene Zweispulenmotor war die ursprüngliche Entwicklung des Jahres 1936. Er ist in verbesserter Form im Motor­wählersystem 58 wieder angewendet worden.

     

    Den Vierspulenmotor des Systems 56 kann man sich als einen Zweispulenmotor mit geteilten Spulen vorstellen. Die Selbststeuerung er­folgt nicht durch Steuerkontakte, sondern durch eine rotierende Kohlebürste, die auf einem vierteiligen Kollektor aus Kupfer schleift. Dieser Motor ist seinerzeit entwickelt worden, weil er ein etwas größeres und vor allem gleichmäßigeres Drehmoment als der damalige Zweispulenmotor hatte und daher als der geeignete Motor für einen künftigen achtarmigen Vierdraht-Wähler angesehen wurde. Da er jedoch in der Fertigung sehr aufwendig war und die Kollektorsteuerung sich im Betriebe zunächst nicht bewährte, wurde er später zugunsten des inzwischen verbesserten Zweispulenmotors aufgegeben.

     

    Für die Regelung der Drehzahl des Motors und damit der Schrittgeschwindigkeit des Wählers gibt es je nach Verwendungszweck unterschiedliche Verfahren:

     

    • Verdrehen der Überlappungsstelle mit oder entgegen der Laufrichtung des Motors. Dies ist bei den Vierspulenmotoren leicht durch Verdrehen der Kollektorscheibe zu erreichen. Dabei darf der rot markierte Bereich nicht überschritten werden, da andernfalls für den Stillsetzvorgang Schwierigkeiten entstehen. Diese Regelungsart verändert nicht das Drehmoment des Motors.
    • Einschalten eines Widerstandes parallel zum Stillsetz­kontakt (p-Kontakt). Das Verfahren ist nur als Behelfslösung anzusehen, da die Leistung des Motors herabgesetzt wird.
    • Einschalten eines RC Gliedes parallel zum Stillsetzkontakt p. Gegen diese Methode, die die Leistung des Motors nicht herabsetzt, sprechen der materielle Aufwand und die Veränderung des Funkenlöschkreises für die Steuerkontakte.
    • Einschalten von Dämpfungswicklungen der Magnetspulen. Dieses Verfahren ändert die Zeiten für den Auf- und Ab­bau der Magnetfelder, hat aber keinen Einfluss auf das Dreh­moment.

     

    Im System 58 mit Zweispulenmotor wird die Schrittgeschwindigkeit des Wählers für die Dekadenwahl (höhere Geschwindigkeit) durch Verdrehen der Steuerkontaktplatte (und damit der Überlappungsstelle) auf den Sollwert von 140 eingestellt. Für die freie Wahl (niedrigere Geschwindigkeit) werden durch einen Kontakt des Relais, das die freie Wahl einleitet, Dämpfungswicklungen eingeschaltet. Dieses kombi­nierte Regelungsverfahren hat sich im praktischen Betrieb bewährt.


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