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    Homepage > Telefontechnik > Technische Dokumentation: Fernmeldezentrum an der Zeil
    Umbau des Kabel- und Kanalnetz  15 von 16eine Seite zurückeine Seite vor

    von 1951-1956
    Quelle: wayback.archive.org

    Umbau des Kabel- und Kanalnetz
    Fernmelderechnungsdienst

    Von jeher hat das Frankfurter Fernsprechnetz auf dem Gelände der früheren Hauptpost seinen Knotenpunkt. Mehr als 100 Orts- und 50 Fernkabel mit insgesamt rund 100.000 Kabeladern endeten hier in mehreren, räumlich getrennten Schaltpunkten.

    Wie an anderer Stelle schon ausgeführt, waren die unter den Trümmern liegenden Kabel durch den Krieg fast unversehrt geblieben. Mit der Errichtung der neuen Fernmeldebauten musste jedoch die bisherige Einführung der Kabel geändert werden. Dem Fernmeldebauamt fiel dabei die Aufgabe zu, die neuen technischen Einrichtungen an das Fernmeldenetz anzuschließen und die alten Kanal- und Kabelanlagen auf dem Posthof durch neue zu ersetzen. Denn auch bei kritischer Betrachtung ließ sich dieses vollkommen unzureichende, in Führung und Anlage unübersichtlich gewordene Kanal- und Kabelnetz für den neuen Zweck nicht mehr verwenden. Zudem fielen rund 85% der Kabelkanäle und alle Kabelaufteilungskeller in den Bereich der Neubauten und hätten in der alten Lage die zweckmäßige Gestaltung und den organischen Aufbau der Großbauten empfindlich beeinflusst, wenn nicht sogar verhindert.


    In dem Gesamtbauvorhaben war vorgesehen, den Hauptverteiler des bereits wieder aufgebauten Wählamtes 9 im 2.Stockwerk des Hansabaues zu belassen und den überalterten, um die Jahrhundertwende errichteten Schaltpunkt im Ortskabelnetz, den sogenannten "Lötösenverteiler Zeil", aufzuheben. In diesem Zusammenhang sollte der ehemalige Kokskeller zwischen Hansabau und alter Kantine als neuer Aufteilungsraum für die Ortskabel Verwendung finden.

    Weiterhin sollten die beiden durch Bombentreffer beschädigten Kabelaufteilungskeller für Bezirks- und Fernkabel in die Kellerräume des Nordbaues verlegt werden, weil in diesem Gebäude die Einrichtungen der Fernamtstechnik untergebracht werden. Durch diese Gliederung wurde eine klare Trennung von Orts- und Fernamtstechnik erreicht, und es lag nahe, wegen der besseren Übersicht auch das dazugehörige Kabelnetz aufzuteilen. Die bisherigen Hauptzuführungsstrecken, die von Norden, Süden und Westen in den Posthof strebten, waren jedoch aus umschaltungstechnischen Gründen beizubehalten.

    Nach diesem Leitgedanken wurde die Führung der neuen Kanäle so gestaltet, dass bereits von der Peripherie des Postgrundstückes an Fernkabel und Ortskabel getrennt in die neuen Kabelaufteilungskeller geführt werden. Sollte die damit geschaffene klare Führung der Kabel nicht schon an der Grenze des Grundstückes wieder verwischt werden, so musste zwangsläufig auch das im Krieg stark beschädigte und unzulänglich ausgebaute Kanalnetz auf den Hauptzuführungsstrecken überholt und auf besetzten Längen erweitert werden. Aus diesem Grunde wurden die Kanallinien in der Großen Eschenheimer Straße bis zum Eschenheimer Turm und auf der Zeil zwischen Kaufhof und Stiftstraße in das Bauvorhaben miteinbezogen. Nach eingehenden Überlegungen wurde entschieden, alle Kabelkanäle auf dem Postgrundstück trotz der ungewöhnlichen Ausmaße in Regelbauweise auszuführen.


    Kabeleinführung im Tiefkeller


    Die Bauleitung drängte darauf, die Arbeiten am neuen Kanal- und Kabelnetz frühzeitig zu beginnen, weil sonst unliebsame Verzögerungen in der Abwicklung des Gesamtbauvorhabens eingetreten wären; denn schon bei den Ausschachtungsarbeiten für die Fernmeldebauten wirkten sich die in der Baugrube verlaufenden Kabelkanäle in ihrer starren Führung mit jedem Tag störender auf den schnellen Baufortgang aus. Um überhaupt die Erdarbeiten in einer Tiefe von 4 bis 5 m unter den alten Kanälen zu ermöglichen, wurden die schweren Formstückverbände zerschlagen und die Kabel provisorisch in Stahlrohrbrücken gelagert. Bei den späteren Betonierungsarbeiten mussten die Kabelbrücken ständig in ihrer Führung geändert, gehoben, gesenkt oder seitlich verschoben werden, gerade wie die augenblickliche Bausituation es erforderte, um den aufstrebenden Pfeilern oder der Zwischendecke des Kellergeschosses auszuweichen. Hierdurch hatte die Hochbauleitung die Möglichkeit, ihre Arbeiten ohne eine wesentliche Unterbrechung weiterzuführen. Dennoch musste im Interesse der gesamten Bauabwicklung angestrebt werden, so schnell wie möglich diese Behelfslösung durch den endgültigen Ausbau zu ersetzen.


    Da sämtliche Kanalanlagen auf dem Posthof später kaum noch verändert werden können, war die Anzahl der Kanalzüge in den einzelnen Kanalstrecken auf alle künftigen Möglichkeiten abzustimmen. Deshalb wurde die Aufnahmefähigkeit des Kabelkellers und aller Kanalanlagen so bemessen, daß nach Umschaltung der vorhandenen Kabel ein Vorrat von 100% zur Verfügung steht. In den neuen Kanalstrecken sind rund 8.700 vierzügige Kabelformstücke verlegt. Das entspricht ungefähr dem Aufwand für einen Kabelkanal mit 4 Öffnungen von Frankfurt nach Höchst. Um Kabelschächte und Formstücke in die vorgesehene Trasse einzubetten, waren etwa 7.500 cbm Erde auszuheben.


    Davon mussten fast 50% aus Baugruben gefördert werden, die eine Sohlentiefe von 4 bis 5 m erreichten. Durch den Einbau der neuen Kanäle und Schächte wurden etwa 2700 cbm Erde und Trümmerschutt verdrängt. Zur Abfuhr dieser Aushubmasse waren rund 1.000 Lastwagen mittlerer Größe nötig. Die gesamten Erdarbeiten mussten von Hand unter Zuhilfenahme von Förderbändern und Kompressoren ausgeführt werden, weil sich wegen der zahlreichen Fremdanlagen, der großen Tiefen und eingeschränkten Platzverhältnisse keine Bagger ansetzen ließen.


    Alte Fundamente und Bruchsteinmauern bis zu einer Stärke von 2,6 m waren zu durchbrechen und zu beseitigen. Selbst tagelange Arbeit in liegender oder gebückter Haltung ließ sich in Einzelfällen nicht vermeiden. Um während der Bauarbeiten in Gehweg und Fahrbahn der Zeil die Anordnungen der Verkehrspolizei einhalten zu können, musste der anfallende Erdaushub sofort abgefahren und zum Verfüllen wieder angefahren werden. Dabei waren die ausgehobenen Baugruben laufend mit Bohlen abzudecken und Sicherungsmaßnahmen für die in den Gräben freigelegten Hochspannungskabel zu treffen.


    Das größte Problem für die Bauausführung stellte jedoch die ungewöhnlich große Tiefe von stellenweise 5 m dar, in der die Kabelkanäle eingebaut werden mussten. Diese Kanaltiefen wurden durch die Fundamentlage der Neubauten bestimmt, die dazu zwang, die Südkanäle von der Zeil unter die Kellersohle des geplanten Postamtes 1 zu verlegen und den Ortskabelkeller mit 5 m Tiefe unter Niveau anzulaufen.

    Damit wurde in den Bereich des Grundwasserspiegels vorgestoßen. Um das Eindringen von Grundwasser in die Kanalanlagen zu vermeiden, wurden unter den Kanälen Drainagerohre in Kiesbettung verlegt und an einen Pumpensumpf im Kabelkeller angeschlossen. Hier befördert eine automatische Pumpe das anfallende Wasser in die Abwasserkanäle. Parallel mit der Herstellung der Kabelkanäle lief die Ausrüstung des Ortskabelkellers mit dem sich anschließenden Hochführungsschacht. In den Ortskabelkeller waren rund 140 Hauptkabel einzuführen, die in etwa 600 Aufteilungskabeln durch den Hochführungsschacht zum Verteiler gebracht wurden.

    Bei der Ausrüstung des Fernkabelkellers wurden das Längenausgleichsgestell im Tiefkeller, das Muffen Gestell im Hochkeller und das Kabelendverschlußgestell im Erdgeschoß untergebracht. Unmittelbar nach der Fertigstellung der Kabelkanäle und Ausrüstung der Aufteilungskeller begannen die Umlegungs- und Umschaltearbeiten im Kabelnetz.

    Bisher wurden alle Fernkabel in die neuen Kanäle verlegt, und rund 35.000 Kabeladern aus dem Ortskabelnetz erhielten ihre neue und somit endgültige Führung. Damit gelang es, diejenigen Kabellinien, die noch behelfsmäßig durch die Kellerräume des Hochhauses geführt waren, abzubauen. Durch die Ein- und Umschaltung der neuen Ämter und die Einrichtung der neuen Dienstvermittlung Zeil vermehrte sich der massierte Kabelknotenpunkt um weitere 28000 Kabeladern.


    Kabelmuffen im Hochkeller



    Trotz dieser umfangreichen Arbeiten ist die Umgruppierung im Kabelnetz noch nicht abgeschlossen. Rund 30000 Kabeladern aus dem Ortskabelnetz und fast ebenso viele Adern aus dem Verbindungsnetz enden immer noch auf dem alten Lötösenverteiler Zeil. Noch einige Zehntausend Arbeitsstunden müssen ausgeführt werden, bis das Kabelnetz in dem Postgrundstück an der Zeil die übersichtliche und klare Führung aufweist, die im Kanalnetz schon erreicht ist.

    Dipl.Ing. Heppert, Postrat, 1956



    Quelle: wayback.archive.org


    Zeitraum  1951-1955
    Land:  D

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