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    Nauen Grossfunkstation  88 von 141eine Seite zurückeine Seite vor

    Nauen Grossfunkstation
    Grossfunk-Station Nauen mit den Hochfrequenzmaschinen und Sendern

    1931 Januar: Die Reichspost kauft die Grossfunk-Station Nauen!
    Blick in das Herz der Grossfunk-Station Nauen mit den Hochfrequenzmaschinen und Sendern.

    Bildquelle: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 102-10517


    Nauen, Umspul-Raum der Grossfunkstation

    1930 Oktober: 10 Jahre Grossfunkstation Nauen!

    Es sind jetzt 10 Jahre her, dass die Funkstation Nauen eine Grossfunkstation wurde und die besteingerichtetsten Sendeanlagen der Welt hat. Auf dem Gelände der Grossfunkstation Nauen arbeiten nicht mehr als 7 Kurzwellen-Sender, welche mit einer Reichweite von über 20.000 km. den gesamten Erdball beherrschen.
    Das Bild zeigt den grossen Umspul-Raum der Grossfunkstation Nauen, in welchem Millionen von Athmosphären aufgespeichert sind.

    Bildquelle: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 102-10978

    Diese Dateien sind unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland lizenziert.



    Großfunkstelle Nauen
    aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

    Die Großfunkstelle Nauen ist die älteste Sendeanlage der Welt. Sie wurde am 1. April 1906 vom Telefunken-Ingenieur Richard Hirsch ins Leben gerufen, indem er nördlich von Nauen vom Fideikommissar Fritz Stotze aus Neukammer ein 40 Hektar großes Grundstück pachtete.

    Geschichte

    • Am 9. August 1906 wurde der Probebetrieb und am 16. August 1906 der operative Betrieb als Versuchsstation von Telefunken aufgenommen. Als Sendemast diente ein 100 Meter hoher, gegen Erde isolierter Stahlfachwerkmast, der eine Schirmantenne trug. Als Sender wurden Knallfunkensender verwendet.
      Da die Station über keinen Stromanschluss verfügte, wurde im Sendergebäude, einem leichten Fachwerkhaus, ein Lokomobil mit einer Leistung von 35 PS aufgestellt, welches einen 50 Hz Wechselstromgenerator mit 24 kVA Leistung antrieb.
      Bereits bei den ersten Funkversuchen wurden die Signale Nauens von den Stationen in Norddeich (ca. 400 Kilometer), Rigi-Scheidegg (ca. 800 Kilometer) und Sankt Petersburg (ca. 1.300 Kilometer) empfangen.

    • 1909 wurden als Sender Löschfunkensender installiert. Mit ihnen konnten Reichweiten von 5.000 Kilometern erzielt werden.
      1911 gelang erstmals eine Funkverbindung mit der Funkstation Kamina in der damaligen deutschen Kolonie Togo. Im gleichen Jahr wurde auch der Antennenmast auf 200 Meter Höhe aufgestockt. Allerdings wurde dieser Mast durch einen Sturm am 31. März 1912 zerstört. Er wurde durch eine Antenne ersetzt, die zwischen zwei 120 Meter hohen Masten gespannt war. Ende 1912 wurde diese wiederum durch eine von fünf Masten getragene L-Antenne mit V-förmigen Grundriss ersetzt.

    • 1913 war in Nauen der erste Maschinensender installiert worden. Er arbeitete mit Frequenzverdopplung nach dem System Arco. Am 10. Februar 1914 wurde eine 1.037 Meter lange, von einem 260 Meter hohen und zwei je 120 Meter hohen Masten getragenen L-Antenne installiert. Zeitgleich erhielt die Station ein neues Sendergebäude.

    Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

    • Mit Beginn des Ersten Weltkriegs unterstand die Station der Kaiserlichen Admiralität und bekam eine große Bedeutung, denn die nach Deutschland führenden Überseekabel waren von den gegnerischen Staaten unterbrochen worden. Von Nauen erreichte die Nachricht vom Kriegsausbruch die deutschen Kolonien, die wiederum zahlreiche deutsche Handelsschiffe warnten.

    • 1916 erfolgte auf Drängen von Hans Bredow (damaliger Telefunken-Direktor und späterer Reichsrundfunk-Kommissar) der Ausbau der Station. So wurde die Antennenanlage enorm vergrößert und weitere Hochfrequenzmaschinensender aufgestellt.

    • Von 1918 bis 1931 gehörte die Anlage zur Transradio AG. 1920 bekam die bis dato fertiggestellte Hauptantenne der Station, welche von zwei 260 Meter und von vier 125 Meter hohen Masten getragen wurden, beachtliche Ausmaße: sie erstreckte sich über eine Länge von 2.484 Metern. Im rechten Winkel zu dieser gab es noch eine kleinere Antenne, die von drei Masten getragen wurde, von denen einer wie ein Freileitungsmast aussah. Außerdem wurde 1920 das von Hermann Muthesius gestaltete neue Sendegebäude, der charakteristische Muthesiusbau, errichtet. Die modernisierte Sendestelle wurde am 29. September 1920 durch Reichspräsident Friedrich Ebert eingeweiht. Dazu erschien eine Festschrift und ein Führer durch die Station.

    • 1923 wurde in Nauen der letzte Maschinensender aufgestellt, ab 1924 folgten Kurzwellensender.
      Am 1. Januar 1932 übernahm die Deutsche Reichspost die Station. Obwohl in den 1930er Jahren schon längst Röhrensender Stand der Technik waren, wurden die Maschinensender 1937 noch modernisiert.

    Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

    • Im Zweiten Weltkrieg dienten die Längstwellensender der Station hauptsächlich zur Übermittlung von Befehlen an getauchte U-Boote.
      Die Station, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstand, unterlag ab Ende Mai 1945 der Demontage durch die sowjetischen Besatzungsmächte. Alle technischen Einrichtungen wurden abgebaut und die Masten der Station gesprengt. Ob und wo die demontierten Maschinensender in der Sowjetunion zum Einsatz kamen, ist nicht bekannt.
      Ursprünglich sollte auch der 1920 errichtete Muthesiusbau gesprengt werden, doch konnte dies durch gezielte Überzeugungskraft verhindert werden.

    • Bis 1955 herrschte Funkstille in Nauen und das Gebäude wurde als Kartoffellager genutzt. 1955 begann man in Nauen mit dem Aufbau von Kurzwellensendern, erst für diplomatische Kontakte, ab 1958 auch für den Auslandsrundfunk. Als Sendeantennen wurden zunächst 39 Rhombusantennen errichtet.

    • In den 1960er Jahren errichtete man am Dechtower Deich eine der ersten drehbaren Kurzwellenantennen. Die noch heute existierende Antenne hat eine Höhe von 70 Metern. Sie verfügt über zwei Antennenfelder von 40 Tonnen und 70 Tonnen Masse.

    • 1972 wurde in der Nähe dieser Antenne eine Vorhangantenne errichtet und weitere Sender in Betrieb genommen.
      Nach der deutschen Wiedervereinigung ging die Anlage in Nauen an die Deutsche Bundespost über. Es wurden alle Sender und Antennen, die nicht dem Kurzwellenrundfunk dienten, abgeschaltet und demontiert.

    Aktueller Stand

    • Von 1995 bis 1997 wurde in Nauen eine neue Antennenanlage errichtet. Sie besteht aus vier drehbaren Kurzwellenantennen der Firma Thomcast (heute Thomson Broadcast & Multimedia) und vier 500-Kilowatt-Sendern, die von der Firma Telefunken Sendertechnik (heute Transradio SenderSystemeBerlin) gefertigt wurden und bis auf die Endstufe volltransistorisiert sind. Als Besonderheit stehen die drehbaren Antennen auf dem Dach des Sendergebäudes.

    • Seit 2008 gehört die Sendeanlage dem Unternehmen Media Broadcast.


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    Die Telefunkenstation Nauen.  
    Bericht aus dem Polytechnischen Journal 1921, Band 336 (S. 249–254)

    Nauen hat einen neuen großen Erfolg zu verzeichnen, der diese weltbekannte Telefunkenstation auch auf dem Gebiete der drahtlosen Telephonie an die Spitze sämtlicher Großstationen stellt und gleichzeitig auch die große Überlegenheit der drahtlosen über die Drahttelephonie erweist.

    Berlin–Rom, London–Paris sind bisher die weitesten Strecken, auf denen die Drahttelephonie noch mit Erfolg benutzt werden kann.

    Das ist aber nur ein kleiner Bruchteil der Entfernung, die jetzt drahtlos überbrückt ist und die ungefähr der Entfernung Nauen– Amerika (Neu-Fundland) entspricht. Es darf erwartet werden, dass die Fortsetzung der Versuche den Beweis der Möglichkeit einer telephonischen Verbindung Berlin–New-York erbringt.

    Schon bei den vor kurzem mit der Hauptfunkstelle des Reichspostministeriums, Königswusterhausen, angestellten drahtlosen Telephonieversuchen war sowohl das gesprochene Wort, als auch die Musikübertragung nicht nur in fast allen deutschen Städten, sondern auch in vielen des benachbarten Auslandes einwandfrei aufgenommen worden, trotzdem hier nur mit höchsten 10 kW Antennen-Energie gearbeitet worden ist.

    Die sich daran anschließenden Versuche in Nauen aus bedienten sich dagegen einer Telefunken-Hochfrequenzmaschine mit 130 kW in der Antenne. Die Empfangsstationen in Athen, Budapest, Bukarest, Haag, Helsingfors, Kopenhagen, Kristiania, Madrid, Prag, Stockholm und Zürich hörten diese Gespräche Wort für Wort mit vollkommener Deutlichkeit und zwar ohne Empfangsverstärker.

    Um nun aber festzustellen, auf welche Entfernungen die drahtlose Telephonie überhaupt noch aufnehmbar ist, hat der, der argentinischen Regierung gehörende Dampfer „Bahia Bianca“ auf seinem Rückweg nach Amerika, soweit es die atmosphärischen Verhältnisse zuließen, regelmäßige Aufnahmen gemacht und hierbei festgestellt, dass die Telephonie mit dem 10-kW-Telefunken-Röhrensender von Königswusterhausen noch auf eine Entfernung von 3500 km und die mit der 130-kW-Hochfrequenzmaschine in Nauen gegebene auf 4340 km gut aufnehmbar war.

    Ein Empfang auf noch größere Entfernungen ist nur aus dem Grunde nicht mehr möglich gewesen, weil der Dampfer inzwischen eine Stelle des Atlantischen Ozeans erreicht hatte, in der atmosphärische Störungen weitere Versuche unterbanden. Da nun aber Nauen bei diesen Telephonieversuchen noch lange nicht mit, der vollen, dort zur Verfügung stehenden Hochfrequenzenergie gesendet hat, steht wohl außer Frage, dass unter Ausnutzung der vollen Leistungsfähigkeit Nauens noch bedeutend größere Entfernungen auf drahtlos-telephonischem Wege überbrückt werden können.

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    Zeitraum  1906/1930/1931
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen : Lichtbogensender mit Tonmodulation Weitere Informationen verfuegbar Lichtbogensender mit Tonmodulation Weitere Informationen : Nauen Umspulraum - Senderaum Weitere Informationen verfuegbar Nauen Umspulraum - Senderaum

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