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    Mix und Genest - selbsttätiger....  38 von 52eine Seite zurückeine Seite vor

    Mix und Genest - selbsttätiger Gebührenerheber - Teil 1
    Figur 1
    Mix und Genest's selbsttätiger Gebührenerheber und Einschalter für öffentliche Telefon Sprechstellen.

    Auf dieselbsttätige Einhebung der Telefongebühren sind auch die * D. R. P. Kl. 21 Nr. 54745 der Aktiengesellschaft für automatischen Verkauf in Hamburg und Berlin und Nr. 59385 von Fr. R. Simms in
    Hamburg gerichtet, die demnächst kurz besprochen werden sollen.
    Durch Patentierung geschützt (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 59276 vom 3. März 1891), welche Folgendes zu leisten vermag:


    Figure. 1. Mix und Genest's Gebührenerheber und Einschalter für Sprechstellen.

    1. Die von dem Apparate nach dem Vermittlungsamt führende Telefonleitung wird durch Einwurf einer bestimmten Münze selbsttätig eingeschaltet und erst dann kann das Amt angerufen werden;
    2. ist die Leitung des gerufenen Teilnehmers nicht frei, so erhält der Rufende die eingeworfene Münze zurück;
    3. sobald im Amte die Verbindung mit dem gewünschten Teilnehmer hergestellt ist, wird der Rufende hiervon in Kenntnis gesetzt und gleichzeitig vom Vermittlungsamt das Geldstück auf elektrischem Wege einkassiert.
    4. nach Beendigung des Gespräches wird die Leitung selbsttätig wieder vom Apparate abgeschaltet.


    Figur 2
    Fig. 1 und 2 zeigen einen mit der selbsttätigen Kasse ausgerüsteten, an einem Jedermann zugänglichen Orte aufzustellenden gewöhnlichen Telefonschrank; die Vorderansicht Fig. 4 und die Seitenansicht Fig. 3 skizzieren einzelne Teile der Kasse.

    Dieser jüngst in Frankfurt vorgeführter Apparat ((vgl. 1891 282 113)) würde sich auch in Telefonnetzen verwenden lassen, deren Teilnehmer nicht eine feste Jahresgebühr bezahlen sollen, sondern für jedes einzelne Gespräch eine bestimmte Gebühr.


    Fig. 2. Mix und Genest's Gebührenerheber und Einschalter für Sprechstellen.


    Die für das Gespräch zu entrichtende Münze ist in den in Fig. 1 und in Fig. 4 oben rechts sichtbaren Schlitz s einzustecken, geht zunächst durch eine Prüfungsleitung P hinab, welche sie wie bei anderen Automaten auf Durchmesser, Dicke und nach Befinden auf ihr Gewicht prüft, und je nach Befund auswirft oder in die Kasse leitet.


    Die elektrische Kasse besteht aus drei Rinnen R, R1 und R2; der obere Teil R vermag sich, wenn man mittels eines im Gehäuse oben links neben s angebrachten Knopfes K auf die Schiene H drückt, so um die Achse x zu drehen, dass der untere Teil der Rinne sich nach vorn, gegen den Beschauer hin, bewegt, in die in Fig. 3 punktiert angegebene Stellung. Unter der Rinne R sind zwei feste Rinnen R1 und R2 (Fig. 3) angebracht; wenn das Geldstück aus der Rinne R, wie eben angegeben wurde, durch Drücken des Knopfes K in die Rinne R2 geleitet wird, so fällt dasselbe durch den unterhalb von R2 befindlichen Gang Z aus dem Apparate heraus und kann zurückgenommen werden. Fällt das Geldstück aus der Rinne R jedoch in die Rinne R1, so gelangt dasselbe nach den weiter zu beschreibenden Vorgängen in die Kasse C.

    Neben den Rinnen R und R1 befinden sich nach Fig. 4 an entsprechend ausgenommenen Stellen derselben drei durch Verzahnungen mit einander gekuppelte Scheiben r, r1, r2, von denen r in die Rinne R, die Scheiben r1 und r2 dagegen in die Rinne R1 hineingreifen.

    Diese Scheiben setzen dem Durchgleiten eines Geldstückes durch die Rinnen R und R1 ein Hindernisentgegen, solange nicht die Ausschnitte, mit denen sie versehen sind, zu der Längsrichtung der Rinne parallel stehen und dabei die letztere frei lassen.

    Die Scheiben werden durch die Bewegung des um a drehbaren Ankers A eines Elektromagnetes N, an welchem sich ein Mitnehmer m befindet, um ihre Achsen gedreht, und zwar r und r2 im Sinne eines
    Uhrzeigers, r1 im umgekehrter Sinn. Die Ausschnitte dieser drei Scheiben sind derartig gestellt, dass während in r1 und r2 die Schnittflächen schräg stehen, also ein in dem Schlitze liegendes Geldstück festgehalten
    wird (wie es Fig. 4 zeigt), die Scheibe r1 zu der Längsrichtung des Schlitzes parallel steht. Drehen sich aber die Scheiben r und r2 nach rechts und stellen sich so deren Schnittflächen parallel zu der Gleitrinne, dann hat der Ausschnitt der Scheibe r1 diejenige Stellung, bei welcher er eine Münze festzuhalten vermag.

    Fig. 3. Mix und Genest's Gebührenerheber und Einschalter für Sprechstellen.

    Die beiden Hebel i und i1, von denen der erstere in die Rinne R und der andere in die Rinne R1 hineinragt, werden durch das herab gleitende Geldstück zurückgedrückt; beide Hebel sind durch ein Diagonalgestänge g verbunden, und deshalb ragt, wenn der eine Hebel zurückgedrückt ist, der andere rechtwinkelig in die Rinnenbahn hinein;

    in Fig. 3 steht z.B. der Hebel i normal zur Rinne R, und der Hebel i1 ist zurückgedrückt; die umgekehrte Stellung ist durch punktierte Linienangedeutet. Der Hebel i stellt beim Zurückdrängen an dem federnden Kontakt c die Verbindung des Apparates mit der Leitung her; die Verbindung wird wiederum aufgehoben, sobald i1 zurückgedrückt wird und i sich wieder normal stellt.


    Wird nun ein Geldstück in den Schlitz s gesteckt und wirft die Prüfungsrinne P es nicht wieder aus, so fällt es aus P in die Rinne R und wird durch die erste Scheibe r, welche im Ruhezustande, wie in Fig. 4, in die Rinne hineinragt, festgehalten. Das Geldstück drückt den oberen Hebel i zurück und schaltet damit bis auf weiteres die Leitung zum Amte ein. Das Vermittlungsamt kann jetzt mittels des unterhalb des Mikrophons sichtbaren Druckknopfes angerufen und von ihm die gewünschte Leitung verlangt werden.


    Kommt von dem Amte der Bescheid „Leitung besetzt“, so drückt der Rufende auf den Knopf K des Automaten, die Rinne R bewegt sich in ihrem unteren Teile nach vorn, das Geldstück wird von der Scheibe r treigelassen, gleitet in die Rinne R2 und gelangt durch die Führung Z zu dem am unteren Teile des Schrankes befindlichen Auswurf, woraus der Anrufende es zurück nimmt. Beim Vorübergehen an dem Hebel i1 drückt die Münze diesen zurück und schaltet so den Gebührenerheber wieder vom Amte ab.



    Fig. 4. Mix und Genest's Gebührenerheber und Einschalter für Sprechstellen.


    Ist die Leitung frei bezieht der zu rufende Teilnehmer verbunden, so sendet das Vermittlungsamt einen Strom in die Leitung nach dem Schranke und gibt den Bescheid „Rufen“. Der Strom des Amtes geht durch ein in dem Automaten unter N liegendes Relais, welches eine Lokalbatterie schließt und den Anker des Elektromagnetes N in Bewegung setzt. Der sich nach rechts bewegende Anker A dreht die Scheibe r im Sinne des Uhrzeigers, die noch bei QB, Fig. 4, ruhende Münze wird frei gelassen, legt sich auf die Rast der Scheibe r1, welche oben links in die Bahn der Rinne R1 eingetreten ist, und wird dort so lange festgehalten, bis der Anker des Elektromagnetes N beim Aufhören jenes Stromes wieder in die Ruhelage zurückgeht, worauf das Geldstück auf die Rast der Scheibe r2 fällt und hier vorläufig liegen bleibt, wie QB1 in Fig. 2 und 4.


    Nach Beendigung des Gespräches gibt der gerufene Teilnehmer das Schlusszeichen; der jetzt bei dem Gebührenerheber ankommender Strom bewirkt wiederum das Anziehen des Ankers A, die Scheibe r2 dreht sich nach rechts herum, bis ihr Ausschnitt parallel zur Rinne steht, und lässt das Geldstück in die Kasse C fallen, wobei nun der Hebel i1 zurückgedrückt wird und die Verbindung der Leitung zwischen c und i aufhebt.

    Falls das Schlusszeichen ausbleibt und auch die durch Entsendung eines Stromes seitens des Vermittlungsamtes mögliche Kassierung unterlassen wird, ebenso wenn der Elektromagnet N nicht richtig arbeitet, wird das in der Rinne zurückgebliebene Geldstück bei der nächsten Benutzung des Apparates mechanisch einkassiert. Zu diesem Zwecke ist links neben der Einwurfsöffnung auf dem den Anker A tragenden Hebel eine Rolle U (Fig. 4) angebracht, welche in die Einwurfsöffnung s hineinragt. Beim Einstecken eines Geldstückes in den Schlitz s wird die Rolle U nach links gedrückt und dadurch der Anker A nach rechts bewegt, genau in der Weise, als wenn derselbe durch den elektrischen Strom angezogen wäre; bevor also ein neu eingeworfenes Geldstück nur in die Prüfungsrinne P gelangt, ist das von der vorigen Verbindung bei QB1 etwa
    zurückgebliebene Geldstück auf mechanischem Wege der Kasse C zugeführt worden.

    Text und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar


    Zeitraum  1891, 3. März
    Land:  D
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen : Mix und Genest - selbsttätiger Gebührenerheber - Teil  2 Weitere Informationen verfuegbar Mix und Genest - selbsttätiger Gebührenerheber - Teil 2  

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