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    Leitungswähler LW
    Stromlaufplan Leitungswähler System 58

    4.5. Leitungswähler (LW) System 58

     

    Der LW im Motorwählersystem erfüllt die gleichen Aufgaben wie im Hebdrehwählersystem. Im Fernverkehr wird der Wähler fernmäßig eingestellt, jedoch nach Meldung des Teilnehmers auf Regelkennzeichen umgeschaltet.

     

    Auf die bei der Entwicklung des Systems vorgesehenen Impulskennzeichen, z. B. Wahlendezeichen und Nachrufen wurde zugunsten einer einheitlichen vereinfachten Technik verzichtet.

    Beim Aufschalten und Fangen hat die fernmäßige Einstellung des LW nur bis zur Teilnehmermeldung Bedeutung.

     


    Leiungswähler Syste 56/58

    Die Relais des  haben folgende Aufgaben:

     

    • A-Relais Speise- und Aufschaltrelais
    • C-Relais Belegungsrelais
    • E-Relais Impulsrelais
    • G-Relais Relais für Prüfeinleitung
    • H-Relais : Taktrelais für die Einerwahl
    • J-Relais Fernkennzeichenrelais
    • K-Relais Ruf- und Steuerrelais
    • M-Relais: Relais für Prüfbegrenzung und Rufumschaltung
    • O-Relais Relais für die Nullstellung
    • P-Relais Prüfrelais
    • Q-Relais Hilfsrelais zum Prüfrelais
    • V-Relais Steuer- und Motoreinschaltrelais
    • Z-Relais Relais für die Zählung.

     

    Belegung

     

    Beim Belegen des LW wird das C-Relais erregt, das die Stromkreise für die weiteren Vorgänge an Erde schaltet.

     

    Dekadenwahl (Zehnerwahl)

     

    Es werde die Ziffer 2 gewählt. Beim Eintreffen des ersten Impulses über die ankommende a-Ader zieht das E-Relais an, dessen e-III-2-Kontakt den Stromkreis für das V-Relais schließt. Der v-II-1-Kontakt schaltet den Motorstromkreis ein. Wie beim I.GW kommt der Wähler noch nicht zum Drehen, weil über den geschlossenen e-II-Kontakt beide Motorspulen unter Strom sind. Nach Abfall des E-Relais wird der Stromkreis für S1 unterbrochen und S2 zieht die Wählerschaltarme auf den ersten Drehschritt R-1, auf dem wiederum beide Motorspulen eingeschaltet werden.

     

    Im Gegensatz zur GW-Schaltung wird der LW bei der Dekadenwahl nicht auf dem ersten Schritt der Dekade stillgesetzt, sondern einen Schritt davor (auf R, bzw. Rz), weil bei der nachfolgenden Einerwahl jede gewählte Ziffer, auch die 1, im Taktverfahren gesteuert wird. Trifft der zweite Impuls ein, so spricht das E-Relais erneut an, und der Stromkreis für S2 wird unterbrochen, weil die Steuerkontakte umgelegt haben.

    Der Wähler dreht so bis zum Rm Schritt, auf dem er solange festgehalten wird, bis das E-Relais abfällt und eine S-Magnetspule stromlos wird. Der Wähler kann nun bis zum Rz Schritt drehen, wo er wiederum über den e11-Kontakt stillgesetzt wird. Er steht jetzt mit seinen Schaltarmen vor der Dekade, in der die Einerwahl erfolgen soll.

     

    Da kein weiterer Impuls eintrifft, fällt nach 85 bis 125 ms das V-Relais ab. Damit erfolgt die Umsteuerung auf die Einerwahl. Mit dem ersten Drehschritt war durch den m0 Kontakt des Wählers das O-Relais eingeschaltet worden, dessen o-III-Kontakt den Stromkreis für die Umsteuerung auf die Einerwahl vorbereitet hatte. Nach dem Abfall des V-Relais wird durch v-III-2 das U-Relais (1000 Q) über die Kontakte o-III, e-III-2-, z-III-1, m-I-2, g-I-2, c12 eingeschaltet. Der u-III-2-Kontakt schaltet die am Md-Schaltarm liegende Dekadenschaltung ab und bereitet den Stromkreis des H-Relais für die der Einerwahl dienende Taktschaltung vor.

     

    Einerwahl (Einzelschrittsteuerung)

     

    Es werde die Ziffer 3 gewählt. Der Wähler steht auf dem Rz Schritt vor der Dekade 2. Von den Steuerkontakten ist s, geschlossen, S2 geöffnet. Mit dem Eintreffen des ersten Impulses spricht das E-Relais an, das wie bei der Dekadenwahl das V-Relais und damit den Motorstromkreis einschaltet.

    Über k-III-2, H-Relais (20 Ohm) und e-I-1l sind zunächst beide Motorspulen unter Strom. In diesem Zustand hat das H-Relais das Bestreben anzuziehen. Gleichzeitig spricht das M-Relais (800 Q) über v-II-2 und u-III-1 an. Während der Anzugszeit des M-Relais ist die 25-Ohm-Wicklung des H-Relais durch m-I-2 kurzgeschlossen, so dass für das H-Relais (20 Ohm) eine starke Anzugsverzögerung entsteht. Nach dem Öffnen des m-I-2-Kontaktes ist die 25-Ohm-Wicklung der 20-Ohm-Wicklung entgegengeschaltet, das H-Relais kann nicht ansprechen.

     

    Am Ende des ersten Impulses wird durch den Abfall des E-Relais der Stromkreis für S2 unterbrochen, und S 1 dreht die Wählerarme auf den ersten Schritt der gewählten Dekade 2. Durch das abgefallene E-Relais kommen auf diesem Schritt wieder beide S-Magnete unter Strom, so dass der Wähler nicht weiterdrehen kann.

     

    Der Schaltzustand der Magnetspulen ist hierbei folgender: 

    • Steuerkontakt s1 geöffnet, s, geschlossen
    • S1 erhält Erde über e-I-2, h-III-2, k-III-2, u-III-2
    • S2 erhält Erde über den s-2-Kontakt.

    Nach dem Anzug des M-Relais hält es sich mit seiner 120-Ohm-Wicklung über m-I-, Widerstand WI 6 (800 Ohm), h-I-2, Widerstand WI 3 (40 Ohm).

     

    Der Motorwähler, der auf dem ersten Drehschritt der Dekade 2 steht, wartet nun auf den nächsten Impuls. Beim Eintreffen des zweiten Impulses spricht das E-Relais wieder an. V-Relais hat sich durch Kurzschluss seiner 1500-Ohm-Wicklung, über e-I-2, h-III-2, k-III-2 weitergehalten.

     

    Mit dem Anzug des E-Relais werden gleichzeitig beide H-Wicklungen eingeschaltet. Die 25-Ohm Wicklung im Stromkreis des V-Relais ist jetzt mit der 20-Ohm-Wicklung im Motorstromkreis gleichsinnig geschaltet, weil für diesen Fall Erde über s2 und e-I-1 an die H-Wicklung (20 Ohm) angelegt wird. Da beide Motorspulen über die H-Wicklung (20 Ohm) unter Strom sind, kann der Motorwähler erst drehen, wenn das. E-Relais wieder abgefallen ist.

     

    Dann wird der Strom in S1 während der Öffnungszeit des e-I-1-Kontaktes kurz unterbrochen, so dass S2 die Schaltarme auf den zweiten Drehschritt der Dekade 2 zieht. In dieser Stellung stehen beide Motorspulen wieder unter Strom; der e-I-2-Kontakt hat über h-III-2 (H angesprochen) S2 eingeschaltet, während S1 Über den geschlossenen s1-Kontakt eingeschaltet bleibt. H-Relais hält sich über seine 25-Ohm-Wicklung in Reihe mit dem U-Relais (1000 Q). Trifft in dieser Stellung (zweiter Schritt) der dritte Impuls ein, so spricht das E-Relais wieder an, und wie am Anfang des ersten Impulses werden über die H-Wicklung (20 Ohm) beide Motorspulen weiter unter Strom gehalten. Jedoch sind nun die beiden H-Wicklungen wieder gegeneinander geschaltet, so dass das H-Relais abfällt.

     

    Der Vorgang vom ersten bis zum dritten Impuls wiederholt sich bei weiteren Im

    pulsen. Nach dem dritten Impuls fällt das E-Relais ab, der Stromkreis von S2 wird unterbrochen, und die Schaltarme drehen auf den dritten Schritt der Dekade 2. Der Schaltzustand der Motorspulen ist hierbei derselbe wie bei dem ersten Schritt. Trifft kein weiterer Impuls mehr ein, so fällt das V-Relais nach 85 bsi125 ms ab und trennt den  Motorstromkreis auf. Die Schaltarme des Wählers stehen jetzt auf dem gewählten Anschluss

     

    Rückkontrolle (Rückprüfung)

     

    Um zu verhindern, dass Teilnehmer mit der Endziffer 1 jeder Dekade fälschlich Rufstrom erhalten, wenn der rufende Teilnehmer während des Ablaufs der vorletzten Impulsreihe den Handapparat auflegt, ist eine Rückkontrolle (Rückprüfung) — ähnlich wie im System 50 — vorgesehen. Nach Beendigung der Wahl fällt das V-Relais ab und legt das G-Relais (1000 Ohm, Lötstelle. 5,6) mit v-I-2 über m-III-2 an den Langsamunterbrecher LU,. Der LU besteht aus einer Schaltung von fünf Relais, die mit einer Zeitverzögerung von etwa 700 ms die Erde für das G-Relais anlegen. Das G-Relais spricht nur an, wenn in dieser Zeit keine Auslösung erfolgte.

     

    Prüfen und Rufen

     

    Nach dem Anzug des G-Relais wird durch g-I-1 die Haltewicklung des G-Relais (1000 Ohm) eingeschaltet und durch g-I-2 das M-Relais (120-Ohm) kurzgeschlossen, wodurch es verzögert abfällt.

     

    Gleichzeitig legt der g-III-1-Kontakt über c-III-1 die Prüferde an das Prüfrelais P. Durch g-II-2 wird der Stromkreis für die Steuerung des Rufrelais K vorbereitet und durch den g-III-2-Kontakt das K-Relais (1500 Ohm) bis zum Anzug des Q-Relais eingeschaltet.

     

    Ist der Teilnehmer frei, spricht das Prüfrelais P an und bringt sein Hilfsrelais Q über den p-III-Kontakt parallel zur 1000-Q-Wicklung des P-Relais zum Anzug. Q schaltet mit q-III-2 seine Haltewicklung in Reihe mit dem U-Relais (900 Q) ein. Vom Anzug des 0-Relais bis zum Anzug des Q-Relais ist das M-Relais stromlos. Die Summe der Anzugszeiten von P und Q ist jedoch wesentlich kürzer als die Abfallzeit des M-Relais. Das M-Relais hält sich über g-II-2 und rm-I-1 mit seiner 500-Ohm-Wicklung, da über LU, Erde angelegt wurde. In diesem Stromkreis wird auch das K-Relais (1000 Q) weiter gehalten, so dass nun über k-I-2 und q-I-1 Rufstrom als erster Ruf an die abgehende a-Ader gelegt wird.

     

    Die Dauer des ersten Rufes beträgt 1200 bis 1500 ms. Nach dem ersten Ruf fällt über LU, das M-Relais ab und schaltet mit dem m-II-Kontakt den 10-s-Kontakt der RSM an. Alle 10 Sekunden wird das  K-Relais erregt und gibt den Rufstrom zum Teilnehmer (Weiterruf).

     

    Durch den k-II-1-Kontakt wird gleichzeitig das  Freizeichen induktiv über E (1300 Ohm) und Dr (1300-Ohm) zum rufenden Teilnehmer übertragen.

     

    Ist der Teilnehmer besetzt, sprechen P- und Q-Relais nicht an. M- und U-Relais fallen ab. Durch den u-II-2-Kontakt wird das Besetztzeichen über die E- und Dr Wicklung (1300 Ohm) induktiv über die a/b-Adern zum rufenden Teilnehmer gegeben. 

     

    Teilnehmermeldung

     

    Meldet sich der gerufene Teilnehmer, so wird über die a/b-Schleife das A-Relais erregt, das mit a-III-1 das H-Relais (3000 Ohm) einschaltet. Das H-Relais trennt durch den h-II-1-Kontakt den 10-s-Stromkreis für das Rufrelais K ab (Rufstromabschaltung während der Teilnehmermeldung). Durch den Kontakt a-II-1 wurde das im Stromkreis der abgehenden c-Ader liegende Z-Relais (65 Ohm), das bisher kurzgeschlossen war, eingeschaltet, welches mit z-I-1 den Haltestromkreis des G-Relais auftrennt. G-Relais fällt ab. Durch z-III-2 wird über Dr (700 Ohm) Zählspannung an die b-Ader und durch die Kontakte z-l-2 und h-II-2 der Frittwiderstand (200 kOhm) an die a-Ader gelegt. Das A-Relais hat mit den Kontakten

    a-I-1 und a-III-2 die a/b-Adern zum gerufenen Teilnehmer durchgeschaltet.

     

    Auslösung

     

    Beim Auflegen des Handapparates durch den angerufenen Teilnehmer wird die a/b-Schleife unterbrochen. A- und H-Relais fallen ab. Durch den a-II-1-Kontakt wird die Z-Wicklung an der c-Ader kurzgeschlossen. Das  Z-Relais hält sich jedoch über A und seine 1800-Ohm-Wicklung weiter.

     

    Da G- und H-Relais abgefallen sind, wird über die Kontakte g-II-2 und h-II-1 die Überwachungslampe ÜL als Zeichen für eine Teilnehmerblockierung eingeschaltet. Bei bewachten VStW wird nach 5 bis 10 Minuten, wenn der rufende Teilnehmer noch nicht aufgelegt hat, der Alarm Teilnehmer blockiert gegeben. Bei unbewachten VStW wird die Freischalteinrichtung betätigt.

     

    Hat der rufende Teilnehmer seinen Handapparat aufgelegt, löst die Verbindung bis zum LW aus, wodurch C-, Q-, U- und Z-Relais abfallen. Nach dem Abfall des Q-Relais wird das V-Relais (1100 Ohm) über c-I-2, o-1, E (500 Ohm), q-II-2 eingeschaltet, das mit v-II-1 den Motorwähler anlässt. Mittels seiner Steuerkontakte s1 s2 dreht der Wähler in die Nullstellung, in der durch den Md-Schaltarm über die Nullstellung o-II beide Motorspulen eingeschaltet werden, so dass der Wähler zum Stillstand kommt. In der Nullstellung fällt das O-Relais (4 kOhm), danach das V-Relais ab, das den Motorstromkreis abschaltet.

     

    Während der Wähler in die Nullstellung dreht, ist die ankommende c-Leitung durch den o-III-Kontakt aufgetrennt, damit der Wähler noch nicht belegt werden kann.

     

     

    Sammelanschlüsse (S-Anschlüsse)

     

    Beim LW des Motorwählersystems können Sammelanschlüsse in jeder Dekade und innerhalb jeder Dekade auf allen Schritten eingerichtet werden. In einer Dekade können ein großer S-Anschluss mit maximal 10 Leitungen oder mehrere S-Anschlüsse mit weniger Leitungen geschaltet werden.

    Das Prinzip beruht darauf, dass der Wähler durch Zehner- und Einerwahl auf die erste Leitung, des S-Anschlusses gesteuert wird, dann in freier Wahl eine freie Leitung sucht und auf diese aufprüft. Sind alle Leitungen besetzt, wird der Wähler auf der letzten festgehalten und legt das Besetztzeichen an.

     

    Für diese Technik werden die vom Md-Schaltarm überstrichenen Lamellen herangezogen und wie folgt beschaltet. Die der ersten Leitung von S-Anschlüssen entsprechenden Lamellen werden mit dem V-Relais (1500 Ohm, Lötstift 6) und die der letzten Leitung entsprechenden mit der Arbeitsseite des k-III-2-Kontaktes verbunden.

     

    Die Steuerung des Wählers wird nachstehend für den Fall beschrieben, dass für die Rufnummer 32 ein Sammelanschluss mit 6 Leitungen eingerichtet ist, dessen drei erste Leitungen besetzt sein sollen. Der Schritt 2 der Dekade 3 ist mit dem V-Relais, Lötstift 6, der Schritt 7 der Dekade 3 mit dem k-III-2-Kontakt verbunden. Die Rufnummer 32 wird in der zuvor beschriebenen Weise in Zehner- und Einerwahl gewählt. Nach dem letzten Impuls ist das V-Relais abgefallen, welches das G-Relais einschaltet, das durch g-III-2 das K-Relais (1500 Ohm) zum Anzug bringt.

     

    Für die nun folgende freie Wahl muss das Motoranlassrelais V wieder eingeschaltet werden. Dies geschieht mittels der für den Sammelanschluss vorgesehenen V-Wicklung (Lötstift 5-6) über den Stromkreis S2-Motorspule, c-III-2, Md-Schaltarm, V-Relais (1500 Ohm), k-II-2, q-l-2.

     

    Der Motorwähler dreht wie bei der freien Wahl der Gruppenwähler und sucht eine freie Leitung im S-Anschluss, in unserem Beispiel der fünfte Drehschritt in Dekade 3. Nach dem ersten Drehschritt war die V-Wicklung, Lötstift 5-6, abgeschaltet worden. Das V-Relais hält sich jedoch während des Drehens weiter mittels der 1500-Ohm-Wicklung, Lötstift 3-4. Mit dem V-Relais wird auch das M-Relais (800 Ohm) über v-II-2 und u-III-1 gehalten, das mit dem m-III-1-Kontakt die Prüfader vorbereitet hatte.

     

    Auf der freien Leitung (fünfter Drehschritt) spricht das P-Relais und nach ihm das Hilfsrelais Q an. Durch p-l und q-II-1 wird der Wähler stillgesetzt und das V-Relais (1500 Ohm) kurzgeschlossen, das durch seinen Abfall den Motor abschaltet.

     

    Die weiteren Vorgänge bis zur Auslösung erfolgen in der bereits beschriebenen Weise. Sind sämtliche Leitungen des S-Anschlusses besetzt, dreht der Motorwähler weiter, bis die letzte Leitung erreicht ist. Auf dieser werden über den k-III-2-Kontakt beide Motorspulen eingeschaltet, wodurch der Wähler stillgesetzt und dann durch den Abfall des V-Relais abgeschaltet wird.

     

    Das Stillsetzen auf der letzten Leitung geschieht in jedem Falle, unabhängig davon, ob diese Leitung frei oder besetzt ist. Im Besetztfall fällt nach dem V-Relais das M- und U-Relais ab. Das Besetztzeichen wird zum rufenden Teilnehmer gegeben.

     

    Beim Motorwählersystem besteht die Möglichkeit, auch Sammelanschlüsse mit mehr als 10 Leitungen einzurichten. Hierfür ist erforderlich, die davor- oder dahinterliegende Dekade entsprechend zu kürzen. Es ist jedoch nicht zu empfehlen, eine Dekade vollständig ausfallen zu lassen, weil dann auch das Umlegen von Raststellen erforderlich wird.

     

    Für den Nachtverkehr können alle Leitungen des S-Anschlusses mit Ausnahme der ersten als Nacht-Rufnummer verwendet werden. Durch den Ausschluss der ersten Leitung, kann das Motor-Anlassrelais V nicht eingeschaltet werden, so dass eine freie Wahl und ein Überlaufen besetzter Nacht-Rufnummern verhindert wird.

     

    Zählunterdrückung

     

    Beim Anruf einer gebührenfreien Dienststelle (z. B. Bescheidstelle) darf nicht gezählt werden. Durch die folgende Übertragung bzw. besondere Einrichtung wird nach dem Prüfen durch das P-Relais des LW die c-Ader geerdet, so dass beim Melden der Dienststelle das Z-Relais (65 Ohm) nicht ansprechen kann und somit keine Zählspannung an die ankommende b-Ader im LW gelegt wird.

     

    Freischalteinrichtung

     

    In kleineren unbewachten VStW, in denen keine Bedienungskräfte zur Verfügung stehen, wird eine Freischalteinrichtung vorgesehen. Für I.GW und LW wird dieselbe Einrichtung verwendet. Bei Blockierung eines angerufenen Teilnehmers durch den Rufenden bleibt die Verbindung nach Auflegen des Handapparates des angerufenen Teilnehmers bestehen.

     

    Durch abgefallenes A- und H-Relais erfolgt der Blockierungsalarm nach 5 bis 10 Minuten. Im LW leuchtet die ÜL (Überwachungslampe) zur Kennzeichnung des blockierten LW. Bei VStW 1 mit Freischalteinrichtung wird über den Signalkontakt in dem LW¬Relais-Satz  die Freischalteinrichtung angelassen. über den F1-Ausgang des LW prüft die Freischalteinrichtung auf und legt über den F2-Ausgang eine direkte Erde an das Q-Relais (900 Ohm), wodurch dieses abfällt. Die abgehende c-Ader zur Teilnehmerschaltung wird aufgetrennt und der blockierte Teilnehmer frei geschaltet. Bei blockiertem LW durch den gerufenen Teilnehmer wird ebenfalls der Blockierungsalarm gegeben, und die Freischalteinrichtung wirft das Q-Relais ab. Da die Verbindung bis zum LW ausgelöst hatte, kann das V-Relais im LW ansprechen, und der Wähler dreht in die Nullstellung. Der blockierte LW ist frei geschaltet.

     

    Fangen

     

    Im Motorwählersystem wird dieselbe Fangeinrichtung wie im System 50 verwendet. Sie wird mittels Stecker zwischen LW-Ausgang und der Teilnehmerschaltung angeschaltet. Das Fangen einer Verbindung veranlasst der Teilnehmer, dem die Fangeinrichtung zugeordnet ist, indem er eine 2 oder eine höhere Ziffer wählt. Bereits beim Melden des Teilnehmers wird durch die Fangeinrichtung Fangpotential im LW angelegt, d. h. es wird verhindert, dass das Z-Relais im LW anspricht. Dadurch liegt an der a-Ader des LW Erde, und die Zählspannung wird nicht angeschaltet. Die Verbindung bleibt solange bestehen, bis von der Bedienung über die Fangeinrichtung die Auslösung erfolgt. Die Zählung wird dadurch sichergestellt, dass vor dem Auslösen das Z-Relais im LW anspricht. Die Auslösung des LW erfolgt wie bereits be-

    Erschrieben.  Das Fangen wird nur im Ortsverkehr durchgeführt.

     

    Fernverkehr

     

    Bei einer Verbindungsherstellung von der Fernplatzbedienung zum Ortsteilnehmer wird außer den Steuerimpulsen (Erdimpulsen) über die a-Leitung über die b-Leitung Spannung an die b-Ader zum LW angelegt. Durch diese Spannung zieht im LW nach der Dekadenwahl beim ersten Impuls der Einerwahl (U- und V-Relais erregt) das J-Relais (900 Ohm) an.

    Der LW ist dadurch fernmäßig eingestellt. Durch i—I-1 hält sich das J-Relais über seine zweite Wicklung (3000 Ohm), nachdem das V-Relais beim letzten Impuls der Einerwahl abgefallen ist. Die Vorgänge bis zur Teilnehmermeldung, erfolgen wie im Ortsverkehr.

     

    Beim Prüfen auf den Teilnehmer über die c-Ader wird der Widerstand WI 9 (20 Ohm) durch i-II kurzgeschlossen. Dies hat den Zweck, dass in einer möglicherweise angeschalteten Fangeinrichtung das Kennzeichenrelais K nicht ansprechen kann und die Fangeinrichtung durch besondere Relaiskontakte in der a/b-Leitung überbrückt ist.

     

    Beim Melden des Teilnehmers sprechen das A- und H-Relais an. Dabei wird die Haltewicklung des J-Relais, die am h12-Kontakt liegt, ausgeschaltet. J-Relais fällt ab, wodurch der ortsmäßige Zustand im LW (Regelkennzeichen) wieder hergestellt ist. Alle weiteren Vorgänge laufen wie bereits beschrieben ab.

     

    Aufschalten (Anbieten)

     

    Findet die Fernplatzbedienung den angerufenen Teilnehmer besetzt, so hat sie die Möglichkeit, das Ferngespräch anzubieten. Nach dem Eintreffen des Besetztzeichens wählt die Fernplatzbedienung eine 1, wodurch das E-Relais anspricht. Im Besetztzustand sind U- und M-Relais abgefallen. Durch das E-Relais zieht über i-III-1 und e-III-1 das M-Relais an, welches sich über den m-I-1-Kontakt hält und das in Reihe liegende A-Relais (1300 Ohm) einschaltet. Durch die a-II und a-III Kontakte wird über die 0,5-µF-Kondensatoren die Verbindung zu dem besetzten Teilnehmer durchgeschaltet. Damit ist die Aufschaltung hergestellt.

     

    Gleichzeitig wird über a-II-2, u-II-, k-II-1, Dr- und E-Relais das Fernamtsaufschalthörzeichen (Morse i) induktiv an die Verbindung gelegt, damit die beiden sprechenden Teilnehmer aufmerksam gemacht werden. Die Fernplatzbedienung bietet das Ferngespräch an.

    Nimmt der Teilnehmer das Ferngespräch an, wird er aufgefordert, sein Orts- oder Ferngespräch  zu beenden. Das P-Relais im LW liegt vorbereitet zum Prüfen an der c-Leitung. Erst wenn beide Teilnehmer ihren Handapparat aufgelegt haben, kann das P-Relais nachprüfen und ansprechen. P-Relais schaltet Q-Relais ein, und durch den umgelegten q-III-2-Kontakt fällt das A-Relais ab. U-Relais und Haltewicklung vom Q-Relais werden eingeschaltet und damit der erste Ruf gesendet. Nach dem Abfall des M-Relais wird auf 10-s-Ruf umgeschaltet. Alle weiteren Vorgänge erfolgen wie bereits beschrieben.

     

    Die Aufschaltung bei einem Sammelanschluss kann natürlich nur auf Aufschaltung

    der letzten Leitung erfolgen, auf der der Wähler beim Suchen einer freien Leitung zum Stillstand gekommen ist.

     

    Bildquelle: IGHFT Foto: JH
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