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    I. Gruppenwähler I. GW  12 von 15eine Seite zurückeine Seite vor

    I. Gruppenwähler I. GW
    Stromlaufplan I. Gruppenwähler System 58

    I. Gruppenwähler (1.GW) System 58

     

    Der I.GW des Motorwählersystems hat die gleichen Aufgaben zu erfüllen wie der I.GW der Hebdrehwählersysteme. Bei der nachfolgenden Schaltungsbeschreibung ließen sich einige Wiederholungen der  beschriebenen Vorgänge nicht vermeiden; sie dürften aber dem besseren Verständnis der von der Hebdrehwählertechnik abweichenden Steuertechnik förderlich sein.

     

    Für die Abriegelung der Sprechadern wurde die im System 50 angewandte Kondensatorleitung nicht übernommen, sondern die aus; dem System 29 bekannte Abriegelung durch Ringübertrager wieder eingeführt, die für die Technik der Zählung während des Gesprächs weitaus günstiger ist.

     

    Von den sechs Eingangsadern des 1.GW sind die Adern a, b und c in ihrer Funktion bekannt. Die z-Ader überträgt die Zählimpulse zum AS, die e- und f-Ader dienen der Signalisierung bei Ausfall der Sicherung und der Fangkennzeichnung im AS.


    Bildquelle:
    Fundus Interessengemeinschaft Historische Fernmeldetechnik e.V  Foto: JH 


    In der Schaltung des I.GW haben die Relais folgende Aufgaben: 

    • A-Relais Speise- und Impulsrelais
    • C-Relais Belegungsrelais
    • D-Relais Motorwähler-Einschaltrelais
    • O-Relais Relais für Nullstellung und Einschaltrelais für die Zählung während des Gesprächs
    • P-Relais Prüf- und Durchschaltrelais
    • V-Relais Steuerrelais bei der Impulsgabe sowie Prüfbegrenzung und Fangen
    • W-Relais: Hilfsrelais für V-Relais,
    • Z-Relais : Zählrelais.

    Belegung:

     

    Nach der Durchschaltung des AS zum zugehörigen I.GW wird über die Teilnehmerschleife das A-Relais eingeschaltet, welches C- und V-Relais zum Ansprechen bringt. Durch den c112-Kontakt wird das Wählzeichen angelegt und induktiv über das A-Relais und die a/b-Adern zum Teilnehmer gegeben.

     

    Dekadenwahl

    Während der Hebdrehwähler unmittelbar durch einen Steuerkontakt des Impulsrelais A auf den der gewählten Ziffer entsprechenden Höhenschritt gehoben wird, muss der Motorwähler während der beim Wähler eintreffenden Impulse die nicht gewünschten Dekaden überlaufen und am Ende der Impulsserie vor der gewählten Dekade stehen.

     

    Die Toleranz des die Impulse gebenden Nummernschalters (0,9 ... 1,1 s Ablaufzeit) und mögliche Toleranzen in der Schrittgeschwindigkeit der Motorwähler machen es erforderlich, den Gleichlauf des Wählers mit dem Impulsgeber zu erzwingen.

     

    Hierfür wird folgendes Verfahren angewendet: Der Wähler erhält eine Schrittgeschwindigkeit, die größer ist als die des Impulsgebers, aber nur so groß, dass er sicher stillgesetzt werden kann. Diese Schrittgeschwindigkeit beträgt 140 +- 3 Schritte/sek. Damit der Wähler im Gleichlauf mit dein Impulsgeber bleibt, wird er von Impuls zu Impuls durch Kontakte des A-Relais gesteuert und in Raststellen angehalten. Die mit Ra, Rm usw. bezeichneten Raststellen sind bestimmte Lamellen in der vom Steuerschaltarm Md überlaufenen Kontaktbahn. Über den Steuerschaltarm Md, eine Rastlamelle und einen geschlossenen a-Kontakt wird jeweils ein Bremsstromkreis gebildet, auf dein beide Wählerspulen eingeschaltet werden und dadurch der Wähler stillgesetzt wird. (Bremsung über Schaltarm.) Auch die Nullstellung hat den Charakter einer Raststelle.

     

    Die im Bild mit ihrer Vielfachschaltung dargestellten Rastschritte haben folgende Bedeutung:

     

    • Rastschritt Ra (Anfangsrast)
      Ra ist der erste Schritt jeder Dekade. In Ra wird der Wähler bei jedem Impuls kurzzeitig stillgesetzt bis der nächste Impuls folgt. Wenn kein Impuls mehr eintrifft, beginnt von diesem Schritt aus die freie Wahl in der angesteuerten Dekade.

    • Rastschritt Rm (Mittelrast)
      Auf dem sechsten Schritt jeder Dekade ist eine Raststelle vorgesehen, die zur Sicherung des Gleichlaufes von Impulsgeber und Wähler für den Fall notwendig ist, dass der Impulsgeber (Nummernschalter) sehr langsam läuft bzw. sehr lange Impulse gibt.
      Wäre der Rastschritt nicht vorhanden, würde folgendes eintreten:
      Mit dem Abfall des Impulsrelais A hat der Wähler mit 140 Schritte/sek zu drehen begonnen und kann bei langen Impulsen die nachfolgende Rast Ra schon erreicht haben, ehe das A-Relais wieder angezogen und den Bremsstromkreis für die Rast Ra gebildet hat.
      Der Wähler würde in der Rast Ra nicht stillgesetzt werden, sondern in eine falsche Dekade einlaufen. Daher kann auf die Mittelrast Rm nicht verzichtet werden, in der der Wähler bei langen Impulsen solange festgehalten wird, bis der Impuls beendet und der Stillsetzstromkreis für die nachfolgende Anfangsrast Ra geschaltet ist.

    • Rastschritt Ra
      Dieser Rastschritt tritt in einer oder mehreren Dekaden an die Stelle des Rastschrittes Ra, wenn der 1.GW für Zählung während des Gesprächs eingerichtet sein soll. Der Rastschritt Ra' mit der in Reihe liegenden O-Wicklung hat dann die Funktion des Dekadenkontaktes beim Hebdrehwähler. Zurzeit wird nur die Dekade null benutzt. Mit Hilfe der niederohmigen O-Relaiswicklung wird auf dem Rastschrift Ra der Wähler stillgesetzt, O-Relais spricht an und schaltet das Zählrelais in Schleife an die a-b-Adern zur Zählung während des Gesprächs.

    • Rastschritt Rz
      Der Rastschritt Rz auf dem letzten Schritt jeder Dekade (10, 20, 30) hat erst Bedeutung bei der Freiwahl. Wenn alle Ausgänge einer Dekade besetzt sind, wird der Wähler auf dem letzten Schritt dieser Dekade stillgesetzt.

     

    An Hand eines Beispiels soll nun die Dekadenwahl im Einzelnen beschrieben werden.

     

    Der Teilnehmer wähle eine 3. Beim Eintreffen des ersten Impulses (siehe Bild 11) steht der Md-Schaltarm auf dem Nullschritt. Durch den Abfall des A-Relais zieht das D-Relais (1 kOhm) an der a-Ader über a_I-2 und e-I-2 an. Das D-Relais schaltet mit d-I-2 den Motorstromkreis ein. Da durch das abgefallene A-Relais über a-III-2 beide Motorspulen unter Strom sind, kann der Wähler nicht drehen. Erst wenn das A-Relais nach dem ersten Impuls wieder anspricht, wird S1 stromlos, und der Wähler dreht durch S2 auf den ersten Schritt. Durch Umlegen der s1-s2-Motorsteuerkontakte wird nun S2 stromlos, und die S1-Magnetspule erhält Strom, wodurch der Wähler einen weiteren Drehschritt macht und auf den ersten Rastschritt Ra gelangt.

     

    Hier wird der Wähler stillgesetzt, da über v-II-2 und a-III-1 beide Magnetspulen unter Strom kommen. Der Motorwähler steht nun am Anfang der ersten Dekade und wartet auf weitere Impulse. Trifft der zweite Impuls ein, so fällt A-Relais wieder ab und öffnet den Strom- kreis von S1) so dass S2 den Wähler auf den nächsten Drehschritt zieht. Im Wechselspiel durch die s-1,-s-2-Steuerkontakte gelangt der Wähler bis zum sechsten Drehschritt (Rm Rastschritt), auf dem er, wenn das A-Relais noch abgefallen ist, stillgesetzt wird. Hat das A-Relais bereits wieder angezogen, so dreht der Wähler sofort weiter und wird erst auf dem zweiten Ra-Schritt festgehalten. Beim dritten Impuls dreht der Wähler genau wie beim zweiten solange, bis auf dem Ra-Rastschritt der dritten Dekade durch das angezogene A-Relais beide Motorspulen eingeschaltet werden.

     

    Die Betriebs Erfahrungen in einigen Motorwählerämtern hatten ergeben, dass das Stillsetzen der Wähler in den Raststellen verbessert werden musste. In einigen VStW des Systems 58 wurden deshalb einen Schritt vor den Rastschritten  Vorbremswiderstände eingebaut, die die Schrittgeschwindigkeit, mit der der Wähler auf die Rastlamelle aufläuft, etwas herabsetzen (s. 2.8. Das Entstehen und die Beseitigung von Zwischendrehern)

     

    Freiwahl

     

    Durch das nach der Dekadenwahl dauernd erregte A-Relais fällt nach 85 bis 125 ms das V-Relais und mit ihm das Hilfsrelais W ab. Durch den Abfall des V-Relais werden drei wichtige Schaltvorgänge vollzogen:

     

    • v-III-1-Kontakt schaltet die Prüferde an die abgehende c-Ader; das Prüfrelais P wird prüfbereit
    • die Arbeitsseite des v-II-2-Kontaktes öffnet und hebt den Bremsstromkreis für den in der Anfangsrast Ra stehenden Wähler auf, so dass dieser zu drehen beginnen kann
    • die Ruheseite des v-II-2-Kontaktes schließt die niederohmigen Dämpfungswicklungen der Motorspulen S1 und S2 kurz, wodurch der Wähler mit der für die freie Wahl verminderten Schrittgeschwindigkeit dreht.

    Die Raststelle Ra ist zugleich der erste Ausgang jeder Dekade. Ist dieser Ausgang, frei, muss das ansprechende Prüfrelais P durch seinen p-II-2-Kontakt den Bremsstromkreis für den Wähler geschaltet haben, ehe der Wähler von der Rastlamelle wegdreht. Zur Sicherstellung des Prüfens muss der erste Drehschritt in jeder Dekade etwas verlangsamt werden. Zu diesem Zweck ist parallel zu dem v-II-2-Kontakt eine Fern Sprechglühlampe geschaltet, deren in kaltem Zustand niedriger Widerstand den Wähler noch nicht freigibt, sondern ihn erst kurze Zeit später, wenn der Widerstand der Lampe sich seinem hohen Endwert nähert, einen Schritt drehen lässt. Inzwischen hat aber, wenn der erste Ausgang frei ist, das Prüfrelais angesprochen und seinerseits den Wähler stillgesetzt.

     

    War der erste Schritt der Dekade (die Ra-Rast) besetzt, so muss der Wähler drehen und einen freien Ausgang suchen. Hierfür ist notwendig, dass das Anlassrelais D weiter gehalten wird, da dessen früherer Haltestromkreis über d-I- und w-III-1 durch Abfall des W-Relais bei Beginn der Freiwahl aufgetrennt wurde. Über die parallel zum s-1-Motorkontakt liegende 2,5-kOhm-Wicklung hält sich das D-Relais durch den geöffneten s-1-Kontakt. Beim weiteren Drehvorgang wird diese Wicklung auf allen geraden Schritten innerhalb der Dekade kurzgeschlossen. Hierdurch entsteht eine Abfallverzögerung, die ausreicht, das Relais zu halten, bis es auf den ungeraden Schritten wieder unter Strom kommt. Hat der Wähler einen freien Ausgang gefunden, spricht das Prüfrelais P an und setzt den Wähler still.

     

    Der Prüf- und Stillsetzvorgang mit dem kleinen Prüfrelais Typ 51/1 kann fehlerhaft werden, wenn die beiden Arbeitskontakte des Relais gleichzeitig oder so nacheinander schließen, dass erst gesperrt und dann stillgesetzt wird. Durch den Kurzschluss der 1-kOhm-Wicklung entsteht in der 30-Ohm-Wicklung ein Induktionsstoß, der dem Anzugs- bzw. Durchzugsstrom entgegengerichtet ist. Hierdurch wird der sehr leichte Anker des Relais in seiner Anzugsbewegung verlangsamt, der Stillsetzkontakt schließt zu spät, und der Wähler erhält einen Fehlimpuls, durch den die Schaltarme auf die nächste Lamelle aufgeschleudert werden. Auf diese Weise kann es zu unzulässigen Doppelverbindungen kommen. Deshalb ist für das Prüfrelais eine Sonderjustierung der Kontakte so vorgesehen, dass der Stillsetzkontakt im Motorstromkreis sicher früher schließt als der Sperrkontakt in der c-Ader.

     

    Hat das Prüfrelais P den Wähler auf einem freien Ausgang stillgesetzt, wird auch die D-Haltewicklung kurzgeschlossen. D-Relais fällt ab und schaltet den auf den Bremsstrom von etwa 1,4 A angestiegenen Motorstrom ab. Das durch P eingeschaltete Hilfsrelais Q schaltet die Sprechadern des Wählers durch.

     

    Statt des kleinen Prüfrelais wird im Motorwählersystem auch das mittlere Rundrelais als Prüfrelais verwendet. Dieses Relais ist in ökonomischer und technischer Hinsicht bedeutend vorteilhafter, es erfordert jedoch eine veränderte Schaltung. Das Wesentliche der neuen Schaltung ist, dass das Prüfrelais neben der Anzugs- und Sperrwicklung eine niederohmige dritte Wicklung hat, die im Motorstromkreis liegt und von dem Motorlaufstrom bzw. Bremsstrom durchflossen wird.

    Die drei Wicklungen sind so bemessen, dass die Fehlstrom- und Anzugsbedingungen erfüllt werden. Prüft das Relais bei der freien Wahl auf einen freien Ausgang auf, spricht es infolge der über die dritte Wicklung gegebenen Vorerregung in der erforderlichen kurzen Zeit an, wobei die störende Wirkung des durch den Kurzschluss der 1-kOhm-Wicklung entstehenden Induktionsstoßes durch den ansteigenden Bremsstrom in der dritten Wicklung kompensiert wird. Durch dieses Verfahren verläuft der Prüf- und Stillsetzvorgang sehr sicher. Da das mittlere Rundrelais mit mehr Kontakten als das kleine Prüfrelais ausgerüstet werden kann, ist das Hilfsrelais Q entbehrlich.

     

    Nach beendeter Freiwahl bleiben die Relais A, C und P (bzw. P und Q) eingeschaltet. Die nächste Impulsserie wird durch den a-I-2-Ruhekontakt über die a-Ader weitergegeben, wobei das wieder ansprechende V-Relais die Sprechadern nach rückwärts auftrennt.

     

    Durchdrehen

     

    Findet der Wähler bei der Freiwahl in der angewählten Dekade bis zum  Schritt null (Rz) keinen freien Ausgang, so wird er auf diesem -ungeachtet dessen, ob der Rz Schritt frei oder besetzt ist, über den v-I-1-Kontakt und den geschlossenen s1-Motorkontakt stillgesetzt. Ist der Ausgang frei, so prüft das P-Relais, und es werden weitere Vorgänge unterbunden. Ist der Ausgang besetzt, so wird nach Abfall des D-Relais (2,5 kOhm), welcher durch Kurzschluss erfolgt, das O-Relais (4 kOhm) über mo Motorkontakt, d-II, o-II-2, p-III-1 eingeschaltet. Das O-Relais hält sich über seinen eigenen Kontakt weiter bis zur Auslösung. Durch o-III-2 wird das Besetztzeichen über die 100-Ohm-Wicklung des A-Relais induktiv auf die a/b-Adern zum Teilnehmer übertragen. Ferner wird durch den Abfall des D-Relais über d-III-1 bei angezogenem O-Relais das V-Relais eingeschaltet, welches das Hilfsrelais W mit einschaltet. Während der Anzugszeit von V- und W-Relais wird über den Me -Schaltarm ein Erdimpuls zu einem Besetztzähler gegeben. Für jede Dekade kann an die Me Schritte 10, 20, 30 usw. ein Zähler angeschaltet werden, um die Besetztfälle in den einzelnen Dekaden zu registrieren.

     

    Auslösung und Zählung nach Ende des Gespräches

     

    Am Schluss eines Gesprächs, wenn der Anrufende seinen Handapparat auflegt, fällt das A-Relais und dadurch auch das C-Relais ab. Die c-Ader zum AS wird stromlos, so dass dort P-, T- und Q-Relais abfallen und die a/b-Adern aufgetrennt werden, während das F-Relais im AS bis zum Abfall des P-Relais im 1.GW über die f-Ader zur Sicherstellung der Zählung gehalten wird.

     

    Während der Abfallzeit des C-Relais wird das V-Relais erregt. Es hält sich über den v-I-2-Kontakt nach Abfall des C-Relais über die an die a-Ader angelegte Erde des LW. Gleichzeitig wird vom LW über die b-Ader die Zählspannung angelegt, wodurch das Z-Relais im 1.GW über c-I-2 anspricht. Durch z-Kontakte wird das V-Relais kurzgeschlossen und Spannung an die z-Ader zum Teilnehmerzähler gegeben. Durch den Kurzschluss fallen das V-Relais und damit das W-Relais ab. Der w-III-2-Kontakt schließt die 60-Ohm-Haltewicklung des P-Relais kurz, welches nach Abfall die a-, b- und c-Ader zu der nachfolgenden Wahlstufe auftrennt.

     

    Ferner zieht über den p-II-1-Kontakt das D-Relais an und schaltet den Motorstromkreis ein. Der Wähler dreht durch seine s1-s2-Kontakte in die Nullstellung, in der über den a-III-2-Kontakt und über den Md-Schaltarm beide Magnetspulen unter Strom stehen, bis das D-Relais abfällt.

     

    In der Nullstellung des Motorwählers öffnet der Wähler seinen mo-Kontakt, so dass D- und O-Relais abfallen und der Motorstromkreis ausgeschaltet wird. Während des Drehens des Motorwählers in die Nullstellung, wofür im ungünstigsten Fall, wenn er auf Dekade 1 stand, fast eine ganze Umdrehung erforderlich wird, muss sichergestellt werden, dass während dieser Zeit keine neue Belegung erfolgt. Aus diesem Grunde wird über die e-Ader zum AS eine Erde über o-II-2 und d-I-1 an T-Relais des AS gelegt, welches weitergehalten wird. Dadurch bleibt die Anlasskette zum nächsten AS durchgeschaltet. Nach dem Abfall des D-Relais wird der AS und damit der 1.GW für eine neue Belegung freigegeben.

     

    Zählung während des Gesprächs

     

    Für den Selbstwählfernverkehr ist die Kennziffer Null festgelegt. Aus diesem Grund wird am Schritt 01 der d-Kontaktbahn statt der Raststelle Ra die Raststelle Ra1 angeschaltet, die zur niederohmigen O-Relaiswicklung geführt ist. Bei Wahl einer Null wird  der Motorwähler auf dem  Schritt null in der Rast Ra1 stillgesetzt. Das O-Relais legt mit o-I-l und o-I-2 das Z-Relais in Schleife über die Sekundärwicklungen des  Übertragers an die a/b-Adern. Im Selbstwählfernverkehr ist hinter dem I.GW vor der nachfolgenden Wahlstufe ein Zählimpulsgeber (ZIG) oder ein Zählumsetzer (ZUs) eingesetzt. Während der ZUs für eine Zone fest eingestellt ist, wird der ZIG durch eine Verzonungseinrichtung gesteuert. Beim Melden des fernen Teilnehmers wird rückwärts bis zum ZIG oder ZUs ein Beginnzeichen gegeben und damit die Zählung eingeleitet. Die Zählung erfolgt über die Sprechadern durch einen Gleichstromimpuls. Im ZIG oder ZUs wird über einen Tiefpass an die a-Leitung ein Minuspotential, an die b-Leitung ein Plus potential zum 1.GW gelegt und damit das Z-Relais zum Ansprechen gebracht. Das Z-Relais des I.GW für Motorwähler ist mit einer Dämpfungswicklung ausgerüstet, damit es bei Kondensatorentladungen über die a/b-Adern zum I.GW infolge Herabsetzung der Induktivität nicht fälschlich anspricht. Die Dämpfung des Relais ist zulässig, weil bei der Zählung während des Gesprächs zwischen zwei Zählimpulsen eine so große Zeit vergeht, dass das gedämpfte Z-Relais sicher abfallen kann.

     

    Beim handvermittelten zettellosen Fernverkehr, bei dem die Mehrfachzählung nach Ende des Gespräches gegeben wird, ist die Dämpfung des Z-Relais nicht erwünscht, weil die Zählimpulse in sehr kurzen Intervallen aufeinander folgen und das Z-Relais infolge seiner Dämpfung nicht rechtzeitig abfallen würde. Bis zur Einführung der Zählung während des Gesprächs muss daher der Kurzschluss für die Dämpfungswicklung des Z-Relais (60) für den handbedienten zettellosen Fernverkehr aufgehoben werden.

     

    Fangen

     

    Das Fangen von Verbindungen ist auf den Ortsverkehr beschränkt. Es erfolgt wie im System 50, jedoch mit dem Unterschied, dass der zu fangende Teilnehmer nach Ende des Gespräches wieder frei geschaltet wird, während die gefangene Verbindung bis zur Ermittlung der Rufnummer bestehen bleibt. Hat der gerufene Teilnehmer das Fangkennzeichen durch Wahl der Ziffer 2 oder einer höheren Ziffer während des Gesprächs gegeben, so wird in der angeschalteten Fangeinrichtung ein Alarmwecker ausgelöst, welcher das Bedienungspersonal auffordert, die bestehende Verbindung festzustellen.

     

    Obwohl der rufende Teilnehmer seinen Handapparat aufgelegt hat, wird die Verbindung nicht ausgelöst, weil vom LW eine Fangerde über die a-Leitung zum 1.GW anliegt, wodurch das V-Relais bei abgefallenem C-Relais über den c-III--2-Kontakt gehalten wird. Gleichzeitig wurde über c-II-2 und p-II-1 Erde über die f-Leitung zum AS für das Fangrelais F angelegt, so dass der AS weiterhin im Belegungszustand bleibt. Durch Aufleuchten der Fanglampe im AS wird das schnelle Auffinden der Fangverbindung erleichtert. Das F-Relais hält ferner die Durchschaltung der z-Ader für die Zählung aufrecht.

     

    Freischalteinrichtung

     

    Wird ein I.GW belegt, sei es durch einen Teilnehmer oder durch Leitungsstörung, ohne dass eine Wahl folgt, wird in bewachten VStW ein Alarm ausgelöst, welcher das Bedienungspersonal auffordert, den unnötig belegten GW festzustellen und die Verbindung auszulösen. Bei unbewachten VStW ist eine Freischalteinrichtung ähnlich wie beim System 50 vorgesehen.

    Bei einer unnötigen Belegung wird nach 5 bis 10 Minuten die Freischalteinrichtung angelassen, in der, ein Suchwähler den betreffenden I.GW feststellt, indem er über die F-Leitung aufprüft. Durch Anlegen einer direkten Erde über die F2-Leitung an die ankommende c-Leitung des 1.GW fällt im AS das T-Relais ab. Damit löst die Verbindung vom AS zum I.GW aus, weil im AS Q- und P-Relais abfallen und die a/b-Adern auftrennen. In der Teilnehmerschaltung fällt das R-Relais ab. Das T-Relais  hält sich weiter über die a-Erde bzw. die Teilnehmerschleife, und im Teilnehmergehäuse leuchtet die TL-Lampe als Zeichen für eine Belegung bzw. gestörte Teilnehmerleitung.

     

    Sperren eines I.GW

     

    Wird ein I.GW außer Betrieb gesetzt, d. h., wird an Stelle der Feinsicherung ein Blindstöpsel eingesetzt, so muss immer die zugehörige Sperrtaste SpT gezogen werden, da sonst der zugehörige AS belegt werden kann. Da das T-Relais, welches die Anlasskette zum nächsten AS weiterschaltet, in diesem Falle nicht anspricht, müssen alle Versuche des Teilnehmers, eine Verbindung zum 1.GW zu erhalten, erfolglos bleiben.

     

    Auslösen der Wählersicherung

     

    Der Motorwähler ist durch einen Rücklötauslöser 0,75 A abgesichert. Diese Sicherung ist so bemessen, dass sie beim Drehen des Wählers und unter dem kurzzeitig in den Raststellen und beim Aufprüfen eintretenden Bremsstrom von etwa 1,4 A nicht auslöst; sie löst aus, wenn der Bremsstrom längere Zeit andauert. Damit ist der Wähler vor überlastung durch den Bremsstrom geschützt.

     

    Um die Sicherung auch zur Auslösung zu bringen, wenn durch eine Störung nur eine Wählerspule unter Dauerstrom steht und eine unzulässige Erwärmung dieser Spule eintreten könnte, ist während des Drehens des Wählers parallel zu den Motorspulen der Widerstand M1 (400 -Ohm) geschaltet. Wäre der Widerstand nicht, vorhanden, ergäbe sich bei nur einer eingeschalteten Wählerspule ein Strom von 0,7 A, der zwar den WK-Alarm bringen, die Sicherung aber nicht auslösen würde. Ein mit diesem Mangel behaftetes System wäre in unbewachten VStW nicht brauchbar. Durch den Widerstand M1 erhöht sich der Strom auf 0,85 A, auf den der Rücklötauslöser sicher anspricht. Der Sicherheitskontakt sik bringt in der Signalschaltung das niederohmige EA-Relais für den Sicherungsalarm und weiter über die e-Ader das T-Relais im AS zum Anzug, das die Anlasskette auf den nächsten AS schaltet.

     


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