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    Fernsprechtechnik - Das Telegraphenamt  10 von 16eine Seite zurückeine Seite vor

    von 1951-1956
    Quelle: wayback.archive.org

    Fernsprechtechnik - Das Telegraphenamt

    Der Telegramm-Übermittlungsdienst bis zum 19. Februar 1955


    Das alte Telegraphenamt wurde mit dem an der Zeil gelegenen Hauptpostgebäude durch den Luftangriff im März 1944 fast vollkommen zerstört.

    Mit den Resten der technischen Einrichtung wurde danach in einem Keller in der Rahmhofstraße (hinter der Börse), 7 Meter unter dem Straßenniveau, ein Notamt in Betrieb genommen.

    Mit dem Einzug der amerikanischen Truppen im März 1945 kam auch dieser Notbetrieb zum Stillstand. Am 1.11.1945 konnte er mit Genehmigung der Besatzungsmacht wieder aufgenommen werden. Zur Verfügung standen damals 31 Springschreiber, die aber für den zu erwartenden Telegrammverkehr nicht ausreichten.

    Die Einrichtung wurde daher durch eine Handvermittlung für 60 Leitungen, 8 Telegrammaufnahmeplätze mit Schreibmaschinen und einen Klappenschrank für 10 Leitungen erweitert. Die Zahl der Springschreiber konnte auf 51 erhöht werden.

    Die Arbeitsbedingungen waren ziemlich ungünstig. Der Keller war -für später rund 100 Kräfte- nur etwa 150 qm groß und hatte keine unmittelbare Frischluftzufuhr; nur ein kleiner Ventilator war vorhanden. Es mußte immer bei künstlichem Licht gearbeitet werden, einen Wasseranschluß gab es nicht.

    Eine Toilette befand sich im 1.Stock; sie konnte aber nicht benutzt werden, weil sie ständig verstopft oder im Winter zugefroren war. So war das Personal auf die öffentliche Toilette an der Hauptwache angewiesen.

    Erfrischungspausen mußten in den umliegenden Wirtschaften verbracht werden. Auf dem Zementfußboden lagen einfache Holzdielen.

    Die Telegramme wurden durch die Zensurbestimmungen stark verzögert.

    • Mitte November 1945 konnten bereits wieder Baden-Württemberg und im Dezember Bayern angeschrieben werden.

    • Durch Anordnung der Militärregierung konnte vom 7.1.1946 an nach der britischen und französischen und vom 8.2.1946 an auch nach der russischen Zone telegraphiert werden.

    • Ende des Jahres 1947 waren etwa 70 Inlands-Leitungen und 20 Leitungen für den Handvermittlungsdienst im Betrieb.

    • Die räumlichen Verhältnisse waren inzwischen sehr eng geworden. Am 7.3.1948 wurde der Betrieb vom Keller Rahmhofstraße in den 3.Stock des wiederaufgebauten Ostflügels auf dem Zeilgrundstück verlegt.

      Hierdurch konnte der Betrieb etwas aufgelockert werden. Die hygienischen Bedingungen waren wesentlich besser, der Saal war etwa 380 qm groß, hatte auf allen Seiten Fenster, Zentralheizung, bessere Beleuchtung und gute Toilettenverhältnisse. Betriebliche Verbesserungen brachten die Förderbandanlage zum Einsammeln der Telegramme, die Hausrohrpost zur Telegrammaufnahme und zur Telegrammabfertigung sowie die Stadtrohrpost zum Postamt 9 am Hauptbahnhof und zu den Telegrammannahmeschaltern in der Schillerstraße.

    Nach dem Zusammenbruch war die Neugestaltung des Telegraphennetzes anfangs durch die außergewöhnlichen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse stark gehemmt gewesen.

    Die Großstädte Westdeutschlands waren durch die Abgrenzung des Bundesgebietes gegenüber Mitteldeutschland und durch Besatzungsvorschriften Hauptzentren des Telegrammverkehrs geworden.


    Wegen der unzureichenden Betriebsmittel konnte jedoch der Verkehr nur mit Verzögerung bewältigt werden. Im Laufe des Jahres 1951 wurde das Telegraphennetz nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten umgestaltet.

    Die Bundesrepublik wurde in 10 Telegraphenleitgebiete eingeteilt. Zu jedem Leitgebiet gehörten eine Zentraltelegraphendienststelle (ZTDSt), eine oder mehrere Haupttelegraphendienststellen (HTDSt) und eine größere Anzahl von Endtelegraphendienststellen (ETDSt).

    Zum Leitgebiet des Telegraphenamtes Frankfurt (Main) gehörte im wesentlichen das Gebiet des Landes Hessen. Die ZTDStn waren durch Leitungen untereinander verbunden (vermascht). Das Telegraphenamt Frankfurt hatte außerdem Verbindungen nach Berlin-Ost und Berlin-West. Im Juni 1951 wurde die HTDSt Kaiserslautern mit 10 Verbindungen über eine Wählvermittlung an die ZTDSt Frankfurt angeschlossen. Damit gehörten zum Telegraphenleitgebiet Frankfurt: Die ZTDSt Frankfurt und die HTDStn Kaiserslautern und Kassel. Bis Ende Januar 1955 kamen noch hinzu die HTDStn Koblenz, Trier, Mannheim und die ETDSt Aschaffenburg. Der Verkehr wurde im sogenannten zusammengefaßten Springschreiberdienst über 5 Springschreiber (mit Fernschaltgeräten) abgewickelt.

    Beim Zusammenbruch Deutschlands im Mai 1945 wurden sämtliche Auslandsverbindungen unterbrochen. Erst ab April 1947 wurde der Telegrammverkehr nach dem Ausland für Geschäftstelegramme in beschränktem Maße und mit besonderer Genehmigung der Militärregierung, ab 1.2.1948 ohne besondere Genehmigung und ab 1.11.1948 ohne jegliche Einschränkung allgemein zugelassen. Der Auslandsverkehr wurde in denselben Räumen und unter denselben äußeren Bedingungen wie der Inlandsverkehr abgewickelt. Kurz nach Kriegsende erschienen im Gefolge der amerikanischen Besatzungstruppen in Berlin und Nürnberg die amerikanischen Funkgesellschaften Radio Corporation of America (RCA) und Mackay Radio Telegraph Company und errichteten mittels fahrbarer Stationen Funkverbindungen mit ihren New Yorker Hauptbüros. Aufgabe dieser Stationen war die Übermittlung von Privattelegrammen für die Angehörigen der amerikanischen Besatzungsmacht von und nach den USA. Als dritte amerikanische Privatgesellschaft errichtete die Press Wireless Inc. (Prewi) ebenfalls in Berlin und Nürnberg Funkstationen für den Verkehr mit den USA. Eine dritte Funkstation der Prewi wurde noch in Frankfurt am Main errichtet.

    Bis zum 31. März 1947 war es nur Angehörigen der Besatzungsmächte gestattet, Telegramme nach Übersee aufzugeben. Ab 1.4.1947 wurde auch der deutsche Geschäftstelegrammverkehr zu diesem Dienst beschränkt zugelassen.

    Nach der Übergabe des Telegraphendienstes an festen Funkverbindungen mit Übersee an die Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Zweizonen-Wirtschaftsrates im Jahre 1947 wurde in Frankfurt im Dachgeschoß eines Gebäudes in der Kurhessenstraße eine Betriebszentrale eingerichtet, mit der die Empfangsstation räumlich vereinigt war.


    Die Sendestation wurde in Frankfurt-Bonames errichtet. Nach erfolgreichen ersten Versuchen mit den amerikanischen Gegenstellen RCA und Mackay Radio New York konnte ab 1.12.1947 der gesamte Telegrammverkehr mit den USA allmählich nach Frankfurt übergeleitet werden. Die zur Zeit der Wiederaufnahme des Funkverkehrs durch die Hauptverwaltung für Post- und Fernmeldewesen noch sehr mangelhafte technische Ausrüstung der Betriebszentrale Frankfurt wurde durch leihweise Übernahme von Geräten der amerikanischen Gesellschaften erheblich verbessert.

    Noch im Frühjahr des Jahres 1948 konnte von Frankfurt aus auch der Funkfernschreibverkehr mit RCA New York aufgenommen werden. Der Betrieb mit Mackay Radio wurde erst ein Jahr später vom bisher üblichen schnellen Morseverfahren auf das Funkfernschreibverfahren umgestellt. Nachdem alle Beschränkungen der Militärregierung bezüglich der Aufgabe von Telegrammen an das Ausland am 1.11.1948 aufgehoben worden waren, begann ein spürbarer Anstieg des Funkverkehrs.

    Die vorhandenen Betriebsräume in der Kurhessenstraße genügten nicht mehr. Im Mai 1949 wurde daher der gesamte Betrieb in eine ehemalige Flugzeughalle des Militärflughafens Eschborn im Taunus, etwa 10 km nördlich von Frankfurt, verlegt. Die neuerstellten Räume gestatteten eine erhebliche Ausweitung der Betriebszentrale und der Empfangsstation. Das Jahr 1950 brachte die Verkehrsaufnahme mit 5 weiteren ausländischen Gegenstationen: Rom, Kairo, Teheran, Istanbul und Athen.

    Am 20.10.1950 wurde der Springschreiberbetrieb mit der Cable and Wireless Ltd. London (Electrohouse) eröffnet, über deren ausgedehntes Telegraphennetz Zugang zu dem Nahen und Fernen Osten sowie nach Afrika bestand.

    Am 3.11.1954 wurde diese Leitung zum Telegraphenamt Hamburg umgeschwenkt. Durch die Aufnahme der Funkverbindung mit Belgrad im Jahre 1951 und mit Beirut im Jahre 1952 erreichte der Telegraphendient an festen Funkverbindungen in Frankfurt seinen heutigen Betriebsumfang. Die Betriebsabwicklung mit den europäischen und den Nahost-Gegenstationen geschieht im Schnellmorseverfahren.

    Eine Ausnahme hiervon bildet die Verbindung Frankfurt-Rom, die Ende 1950 auf das Funk-Fernschreibverfahren umgestellt wurde.

    Die Verbindung mit RCA wurde ab 30.4.1952 auf das von der RCA entwickelte Mehrkanal-System (Multiplex) umgestellt. Bei schlechten Übertragungsbedingungen von und nach den USA besteht die Möglichkeit, Funkverbindung mit RCA Tanger im Funkfernschreibverfahren aufzunehmen.

    RCA Tanger leitet dann die Telegramme nach demselben Verfahren nach New York weiter. Sollte auch diese Verbindung ausfallen, so können die Telegramme für RCA über eine Verbindung Amsterdam-Paramaribo-New York abgesetzt werden.

    Die Verbindung Mackay Radio-New York wurde am 27.11.1952 ebenfalls auf ein Mehrkanal-System (Twinplex) umgestellt.

    Um Perioden schlechter Übertragungsbedingungen zwischen Europa und Amerika weitgehend auszuschalten, wurde diese Verbindung über die Mackay Station Tanger - unter Einschaltung des dortigen automatischen Relaisbetriebes- geführt.


    Nach der Wiederaufnahme des Funkverkehrs unterstanden die Sendeanlage in Bonames und die Empfangsanlage nebst Betriebszentrale dem Funkamt Frankfurt.


    Am 15.Januar 1952 wurde der gesamte Betriebsdienst einschließlich dem dazugehörigen Personal vom Telegraphenamt Frankfurt übernommen. Er wurde am 10.Februar 1955 von Eschborn ins Fernmeldehochhaus verlegt.

    Bis zum März 1948 war auch die Telegrammaufnahme in einem Raum des Rahmhofkellers untergebracht. Bei der Wiederaufnahme des Dienstes am 13.10.1945 standen ein Arbeitstisch mit liegendem Bedienungsfeld und etwa 20 Anrufeinheiten zur Verfügung. Nach großen Bemühungen gelang es, die Einrichtung für das Aufnehmen der Telegramme von Fernsprechteilnehmern nach und nach auf 8 Maschinen mit den dazugehörigen Tischen zu erweitern.

    Zur Aufnahme des Ämterverkehrs (Neu Isenburg, Bad Soden, Bad Vilbel, Oberursel, Kelsterbach, Hofheim usw.) standen ein Klappenschrank zu 10 Leitungen und zwei Schreibmaschinen zur Verfügung.


    Für den Teilnehmerwählverkehr (Höchster Farbwerke und Banken) waren zwei Fernschreiber vorhanden.

    Gleichzeitig mit dem Telegraphenbetrieb wurde Anfang März 1948 die Telegrammaufnahme in den notdürftig wieder hergerichteten Teil des Nordostflügels des alten Telegraphenamtes auf der Zeil verlegt. Dort waren 18 zweiplätzige Arbeitstische aufgestellt worden, von denen jedoch nur 16 in Betrieb genommen werden konnten.

    Außer den Aufnahme- und Zusprechplätzen für den deutschsprachigen Verkehr standen noch 8 Sonderplätze zur Verfügung, über die der fremdsprachige Verkehr abgewickelt wurde.


    Über Förderbänder wurden die aufgenommenen Telegramme nach Durchlaufen der Gebührenplätze mit der Hausrohrpost zum Springschreibersaal weiterbefördert. Die durch einen zweiten Rohrpoststrang der Telegrammaufnahme zum Zustellen übermittelten Telegramme wurden ebenfalls über Förderbänder den Zusprech- bzw. Zuschreibplätzen zugeführt.

    Die Aufnahme für Telegramme aus dem öffentlichen Fernschreibnetz (Telex-Aufnahme) war in einem anstoßenden Raum untergebracht und mit 6 paarweise gegenüberliegenden Aufnahmeplätzen, 1 Platz für das Postscheckamt, 1 Reserveplatz und 2 Zuschreibplätzen ausgerüstet.


    Ein breites Förderband stellte die Verbindung zur Telegrammaufnahme F (für Fernsprechteilnehmer) und damit zu den Gebührenplätzen her. Von der Rohrpoststation führte ein Förderband zu den Zuschreibplätzen.



    Quelle: wayback.archive.org


    Zeitraum  1955
    Land:  D

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