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    Homepage > Telefontechnik > Technische Dokumentation: Fernmeldezentrum an der Zeil
    Die Entwicklung des Fernmeldewesens  1 von 16eine Seite vor

    von 1951-1956
    Quelle: wayback.archive.org

    Die Entwicklung des Fernmeldewesens
    Luftbild von 1953: Großbaustelle Fernmeldezentrum

    Die Stadt Frankfurt am Main war nicht nur postalisch ein Betriebsmittelpunkt erster Ordnung, sie war und ist auch mit dem Fernmeldewesen in hervorragender Weise verbunden.

    In ihr hatte am 26.10.1861 der am Institut von Professor Dr. Poppe wirkende 27jährige Philipp Reis im Physikalischen Verein einen Apparat -das Telephon- vorgeführt, der Töne und Laute mit Hilfe von Elektrizität übermittelte.

    Als nach den ersten erfolgreichen Fernsprechversuchen auf einer Leitung zwischen dem Generalpostamt und dem Generaltelegraphenamt in Berlin der seinerzeitige Chef des Deutschen Postwesens Heinrich von Stephan die Öffentlichkeit zur Anmeldung von Fernsprechanschlüssen aufrief, meldeten sich in Frankfurt im Jahre 1880 über 100 Interessenten.


    Mit der Einführung dieses Dienstzweiges wurde das Telegraphenamt beauftragt, das in seinem Gebäude im ehemaligen Roten Haus an der Zeil am 1.12.1881 die erste Fernsprechvermittlung mit 179 Teilnehmern unter Verwendung von Klappenschränken zu je 50 Leitungen eröffnete. Die Schränke waren zuerst nur mit männlichen Kräften besetzt.

    Die Eröffnung des Fernsprechdienstes war für Frankfurt ein Ereignis, wenn auch die ersten Gespräche, wie das Abendblatt der Frankfurter Zeitung vom 1.8.1881 meldete, nicht "welterschütternd" waren.

    Das Blatt schloss mit den Worten:

    "Wir sind überzeugt, dass die Telefoneinrichtungen immer mehr Zuspruch und Anklang finden werden, dass die eminenten Vorteile, die sich für die Erledigung namentlich des geschäftlichen Verkehrs bieten, absolut nicht zu verkennen sind".

    Die Presse war ein guter Prophet. Schon im Jahre 1892 waren an 40 Klappenschränken bereits 2.000 Teilnehmer angeschlossen.

    Inbetriebnahme von Fernsprechdiensten:


    1884 Dez. Offenbach
    1887 Mai Darmstadt
    1885 Feb. Mannheim
    1888 Dez. Hanau
    1885 Mai Mainz
    1891 Mai Würzburg, Fürth
    1886 März Heidelberg
    1891 Aug. Homburg v.d.H., Nürnberg, München
    1886 Sep.  Wiesbaden, Kastel, Bockenheim
    1891 Sep. Biebrich
       


    Der Personalbestand im Jahre 1892 belief sich auf 32 männliche und 55 weibliche, zusammen also 87 Kräfte. Der immer größer werdende Fernsprechbetrieb bedingte neuen Raumbedarf. Dieser wurde durch Ankauf der dem Roten Haus an der Zeil ostwärts angrenzenden beiden Häuser (früheres Weinhaus Drexel und Hotel Russischer Hof) befriedigt. Diese wurden abgerissen, und an ihrer Stelle wurde das neue Post-und Fernsprechamt Zeil 106 bis 110 errichtet.

    Die neuen Betriebsräume in diesem Gebäude sind im August 1892 in Betrieb genommen worden, nachdem vorher das Fernsprechvermittlungsamt zum selbständigen Stadtfernsprechamt erhoben worden war. Für die Börsenbesucher Frankfurts wurde ein besonderes Börsensprechamt eingerichtet, für das täglich von 12- bis 15 Uhr eine Fernleitung nach Berlin geschaltet wurde.


    Die schnelle Steigerung des Verkehrs drängte bald nach einer weiteren Vergrößerung der Betriebssäle. 1903 wurde im Westflügel des Gebäudes ein neues Ortsamt für rd. 15000 Teilnehmer errichtet. Im Jahre 1909 wurde im ehemaligen Prüfungssaal der Oberpostdirektion das erste Zentralbatterieamt (ZB-Amt) in Betrieb genommen, nachdem das Einzelleitungssystem auf Doppelleitung umgestellt worden war.

    Der Fernbetrieb wurde an Ferntischen, die mit je 8 Fernleitungen ausgerüstet waren, abgewickelt. Mit einem weiteren Bauplan wurden auf dem Zeilgrundstück noch vor dem 1.Weltkrieg 2 neue ZB-Ämter mit 10.000 bzw. 5.000 Teilnehmern errichtet, von welchen das eine (Amt Hansa) die Pauschgebührenteilnehmer (die Pauschgebühr betrug 80 bis 180 Mark, gestaffelt nach der Zahl der Hauptanschlüsse) und das andere (Amt Römer) die Grundgebührenteilnehmer (60 bis 100 Mark Grundgebühr, gestaffelt nach der Zahl der Hauptanschlüsse und 5 Pfennig für jedes Einzelgespräch) aufnahm.

    Der Betrieb wurde auch ortsmäßig in dieser Zeit zum Teil an Tischen, also nicht nur an Klappenschränken, durchgeführt.

    Der Weltkrieg 1914-18 brachte die Entwicklung des Fernsprechwesens allgemein zum Stillstand. Doch auch in dieser Zeit bildete sich Frankfurt zu einem wichtigen nachrichtentechnischen Mittelpunkt aus. Bereits im Jahre 1914 wurde im Fernamt Frankfurt am Klinkenumschalter die erste "Relaislampe" in die kriegswichtige Fernleitung Berlin-Westliches Hauptquartier eingebaut.

    Hiermit wurde der Grundstein für das erste Verstärkeramt gelegt. In den nächsten Kriegsjahren verlangte die Heeresleitung weiterhin eine Sprechmöglichkeit zwischen dem westlichen und dem östlichen Kriegsschauplatz. Auch hierfür lag Frankfurt wieder technisch und örtlich günstig. Es wurden für diese seiner Zeit ungewöhnlich lange Leitungsstrecke zwei weitere Verstärkersätze in Frankfurt mit Erfolg eingesetzt.

    Die Entwicklung des Fernmeldewesens in Frankfurt zwischen den beiden Weltkriegen war ein Spiegelbild der damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse. Sie sind mit den Zeiten der Inflation, des politischen und wirtschaftlichen Verfalls, der Scheinblüte und mit dem abermaligen wirtschaftlichen Niedergang verbunden.

    Die sich schließlich langsam abzeichnende Erholung wurde durch den zweiten Weltkrieg jäh unterbrochen. Ein feindlicher Fliegerangriff am 23.3.1944 versetzte dem Amt Frankfurt den Todesstoß. Besonders die technischen Einrichtungen des Fernmeldebetriebes wurden völlig zerstört.


    Den ersten Anstoß zur Wiederaufnahme des Fernbetriebes gab im August 1945 die Bäuerliche Hauptgenossenschaft bei der Militärregierung zur Beschaffung von Lebensmitteln für die Bevölkerung. In einem kleinen stehengebliebenen Kellerbunker, in dem insgesamt 6 Plätze aufgestellt werden konnten, wurde mit 5 Leitungen der Betrieb wieder aufgenommen.


    Der Auslandsdienst wurde vom Alliierten Kontrollrat Anfang 1947 zugelassen und mit 10 Feldklappenschränken Fk 16 mit 28 Fernleitungen in einem fensterlosen Keller eröffnet. Von hier aus entwickelte sich Frankfurt nun in knapp 10 Jahren zum nachrichtentechnischen und betrieblichen Mittelpunkt des Bundesgebietes.

    Zur Unterbringung der technischen Einrichtungen wurden zunächst die Ruinen des Ostflügels (Telegraphen-, Verstärker- und Rundfunkverstärkeramt) und des Hansaflügels (Ortsamt und Fernamt) ausgebaut.

    Da dies nur ein Notbehelf sein konnte, wurde in Erkenntnis der künftigen großen Aufgaben der Stadt auf dem Gebiet des Nachrichtenwesens das Fernmeldehochhaus geplant. Heute sind, mit Ausnahme des Fernamtes und des Rundfunkverstärkeramtes, alle vorgesehenen Dienststellen im Hochhaus untergebracht.

    Die Planung des neuen Auslandsamtes einschließlich des Überseeamtes mit rund 90 Plätzen ist beendet. Das neue Rundfunkverstärkeramt, in dem auch der Fernsehbetrieb überwacht wird, wird mit einer erstmaligen neuen Schaltfeldanordnung im Spätsommer 1956 in Betrieb genommen werden.


    Hiermit bietet Frankfurt am Main die Gewähr, seinen Aufgaben als wichtiger Nachrichtenmittelpunkt gerecht zu werden. Der gewaltig angestiegene und noch weiterhin ansteigende Nachrichtenfernverkehr mit dem In- und Ausland fordert ein ausreichendes Leitungsnetz.

    Nachdem Berlin als Knotenpunkt des früheren Nachrichtennetzes weggefallen ist, wurde Frankfurt infolge seiner Lage im Bundesgebiet der neue zentrale Punkt, nach dem das Netz umgeschwenkt werden mußte. So liegt die Stadt im Schnittpunkt des neuen Trägerfrequenzkabelnetzes, das in Gestalt einer "8" mit dem Mittelpunkt Frankfurt im Bundesgebiet ausgelegt worden ist.

    Funktechnisch ist Frankfurt neben Hamburg ebenfalls ein wichtiger Knotenpunkt. Neben der großen Sendestation in Bonames und der großen Empfangsstation in Eschborn wird zur Zeit eine weitere Sendestation bei Usingen-Merzhausen aufgebaut.


    Quelle: wayback.archive.org
    Zeitraum  1951-1956
    Land:  D

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