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    Homepage > Telefontechnik > Chronik des Fernmeldeamtes Gießen
    Die Entwicklung des Fernmeldewesens....  2 von 74eine Seite zurückeine Seite vor

    Eine Dokumentation der geschichtlichen Entwicklung des Fernmeldewesens in Mittelhessen

    Die Entwicklung des Fernmeldewesens im 19. Jahrhundert

    Im direkten Zusammenhang mit der verkehrsmäßigen Erschließung der mittelhessischen Region  durch die Eisenbahnen steht auch die Entwicklung des heimischen Fernmeldewesens. Die schneller gewordenen Transportwege forderten in der Konsequenz auch schnellere Nachrichtenwege. Zudem schufen die neuen Bahnstrecken neben den Verläufen der alten Handelsstraßen zusätzliche Trassen für die Telegrafenlinien und förderten so eine zunehmende Vernetzung der einzelnen Stationen.

    • 1862:
      Auf Veranlassung der Fürstlichen Thurn- und Taxis`schen Postverwaltung wird in der Bahnhofstraße in Gießen mit dem Bau eines Posthauses begonnen.

    • 1863:
      Nach Beendigung der Bauarbeiten im Oktober können am 5. November die neuen Diensträume bezogen werden. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf 80.274 Gulden. Der Bau wird dem Fürsten von Thurn- und Taxis „für seine Person gutgeschrieben“.

      Die damals schon bestehende Telegrafenbetriebsstelle ist weiterhin behelfsmäßig in angemieteten Räumen untergebracht.

      Die bestehende Kleinstaaterei behindert die Entwicklung des Post- und Fernmeldewesens in der Region. Besondere Verträge regeln die postalischen Verhältnisse zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Nassau, deren Territorien sich an Lahn und Dill berühren.

      Im Oktober regelt ein Vertragswerk mit der Nassauischen Staatseisenbahn die Mitbenutzung der zwischen Oberlahnstein und Wetzlar aufgestellten Telegrafenstangen durch die Preußische Telegrafie, die berechtigt wird, 5 Leitungsdrähte anzuhängen. Die Unterhaltung der Linie fällt unter  die Zuständigkeit der Nassauischen Bahnverwaltung. Für die Mitbenutzung zahlt die Preußische Verwaltung 1.000 Gulden jährlich an Nassau.

      In seiner Ausgabe vom 1. Dezember 1863 berichtet das Wetzlarer Kreisblatt:

      „Zu Wetzlar im Regierungsbezirk Coblenz wird am 1. f. Monats eine Telegraphenstation mit beschränktem Tagesdienst eröffnet werden.
      Berlin, den 24. November 1863. Königliche Telegraphen-Direktion.“

      Schon kurz darauf, am 5. Dezember, warnt ein Artikel im gleichen Blatt vor den Folgen von Beschädigungen an den Telegrafenanlagen:

      „Die längs der Chausseen und anderen Landstraßen geführten Telegraphenleitungen sind häufig der mutwilligen Beschädigung, namentlich durch Zerstörung der Isolatoren mittels Steinwürfen ausgesetzt …“.

      Die angedrohten Strafen sind drastisch und werden im Artikel ebenfalls beziffert. Je nach Schwere der Vergehen warten auf die erwischten Täter Freiheitsstrafen zwischen „6 Monaten Gefängnis und 10 Jahren Zuchthaus.“

      Leiter und einziger Mitarbeiter der neu gegründeten Wetzlarer Telegrafenstation wird der Obertelegrafist Mengin, der das Amt bis zum 30. September des Jahres 1869 ausübt.

      Ausgerüstet ist die Station mit einem Telegrafenapparat, der zunächst an die Leitung Wetzlar –  Bad Homburg – Frankfurt angeschlossen wird. Kurze Zeit später kommt eine zweite Anschluss Leitung Gießen-Koblenz hinzu.

    • 1864:
      Bereits im ersten Betriebsjahr der Wetzlarer Station werden 516 Telegramme abgesetzt und 547 in Empfang genommen. Die Einnahmen beziffern sich 1864 auf 201 Taler.

    • 1866:
      Entlang der Trasse der Lahntalbahn bestehen bereits Telegrafenstationen u. a. in Diez, Limburg, Runkel, Villmar, Aumenau, Weilburg, Stockhausen, Braunfels-Bahnhof, Albshausen und Wetzlar-Bahnhof.


    • 1868:
      Durch die Änderungen der politischen Verhältnisse und des daraus resultierenden Übergangs des Thurn- und Taxis`schen Postwesens an den Staat erfolgt im Juni die Übernahme des Gießener Posthauses durch die Königlich-Preußische Staatsregierung.

      Am 1. März wird in Marburg die erste Telegrafenstation eingerichtet. Vorsteher ist der „Obertelegraphist“ Arnold.

      Auszüge des Schriftverkehrs zwischen der Postverwaltung und der Stadt Marburg:

      Einrichtung einer Telegraphen-Station

      Frankfurt/M. den 3. Dezember 1867

      Herrn Ober-Bürgermeister zu Marburg
      Behufs Verwendung zu einer Telegraphen-Station und als Dienstwohnung für den künftigen Stations-Vorsteher sind wegen Anmietung der Beletage nebst 2 Mansarden im Hause der Witwe I.H.G. Römheldt dortselbst mit der letzteren Verhandlungen eingeleitet. Dieselbe fordert für die genannten Räumlichkeiten eine jährliche Miethe von 200 Reichsthaler.

      Den Herrn Ober-Bürgermeister ersuche ich, den darüber bestehenden Bestimmungen entsprechend ganz ergebenst, um bald gefällige Rückäußerung, ob der geforderte Preis ortsüblich genannt werden kann.

      Der Ober-Telegraphen-Inspektor


      Frankfurt/M. den 17. Dezember 1867

      An den Herrn Bürgermeister zu Marburg

      Indem ich Ew. Wohlgeboren benachrichtige, dass ich beabsichtige, die bel Etage des Römheldt`schen Hauses behufs Einrichtung einer Telegraphen-Station zu mieten, ersuche ich ergebenst um bald gefällige schriftliche Mitteilung, dass Seitens der Stadt und der Polizei-Behörde gegen die hierzu erforderliche oberirdische Zuführung der Leitungen nichts einzuwenden ist.

      Neben den Tractus bleibt nähere Vereinbarung vorbehalten.

      Der Ober-Telegraphen-Inspektor


      Königliche Polizeidirektion mit dem Ersuchen um gefällige Anfügung der verlangten Bescheinigung.

      gez. Ober-Bürgermeister

      …. daß Seitens der unterzeichneten Polizeidirektion gegen die überirdische Zuführung der Leitungen zu einer Telegraphen-Station in der Beletage des Römheldt`schen Hauses dahier nichts einzuwenden ist, wird hiermit bescheinigt.

      Marburg, den 20. Dezember 1867
      Königliche Polizei-Direktion

      Obiger Bescheinigung schließt sich für die Stadt an

      Marburg, den 21. Dezember 1867

      gez. (Unterschrift)

       
        

      Marburg, den 2. März 1868

      Dem Königlichen Oberbürgermeisteramt

      Die ganz ergebenste Anzeige, dass seit gestern eine Bundes*)-Telegraphen-Station eröffnet und der Vorsteher derselben, Ober-Telegraphist Arnold nebst Familie in dem Hause der Witwe Römheld eingezogen ist.

      Bundes-Telegraphen-Station

      (gez. Unterschrift)

      *) Norddeutscher Bund

       

      Am 10. Dezember richtet die „Königlich Preußische Telegraphenverwaltung“ in Biedenkopf im Haus Marktplatz 17 eine Telegrafenstation ein. Die Ausübung des Telegrafendienstes wird dem Kaufmann Ferdinand Plitt übertragen.

    • 1870:
      Am 1. Juli verlegt der Biedenkopfer Telegrafist Plitt seinen Wohnsitz nach Darmstadt. Die Telegrafenstation wird daraufhin in ein Gebäude in der Hainstraße 41 verlegt und die Dienstgeschäfte dem Ingenieur Louis Fronhäuser übertragen.

      Die Marburger Telegrafenstation ist in die Klasse II eingestuft.

      Auch in Weilburg wird der Ruf nach einer eigenen Telegrafenanlage immer lauter. Im Jahr 1870 kommt der Ober-Telegraphist und Leitungsrevisor Flory aus Frankfurt nach Weilburg, um die Realisierung einer solchen Anlage zu prüfen und die Anbindung an bereits bestehende Linienführungen festzulegen. Die Einrichtung der Telegrafenstation im Obergeschoß des Posthauses und der Bau der Line, die am Tiergarteneck an die bestehende Trasse Wetzlar – Usingen – Frankfurt Anbindung finden soll, werden schon bald in Angriff genommen

    • 1872:
      Am 16. August wird die „Telegraphenanstalt Dillenburg“ eingerichtet. Der Telegrafenapparat System „Lewert“ ist an die Ruhestromleitung 820 (Frankfurt/M. -  Wetzlar – Dillenburg – Siegen – Hagen – Schwerte) angeschlossen.

      Im Bezirk Limburg geht zum 16. Oktober der Telegrafendienst auf die Postanstalten über. Auch wird versucht, die Postagenturen mit Telegrafengeräten auszurüsten und über Morseleitungen an das Amt Limburg anzuschließen.

      Ebenfalls am 16. Oktober nimmt die Telegrafenanlage im Weilburger Postamt ihren Betrieb auf. Gleichzeitig werden Morseleitungen zu den umliegenden Postagenturen in Betrieb genommen. Die Dienststunden werden übereinstimmende mit den Dienstzeiten des Postamtes festgelegt.

      Nach der Inbetriebnahme der Weilburger Telegrafenstation steht der Bahntelegraf im Bahnhof zwar noch zur Verfügung. Die Nutzung wird jedoch ab dem März 1867 wesentlich eingeschränkt und ist künftig nur noch auf Bahnreisende beschränkt.

      In der Zeit zwischen dem 16. Oktober und dem 31. Dezember werden in der Weilburger Telegrafenstation insgesamt 323 Telegramme aufgegeben und 280 empfangen. Bereits im Jahr darauf steigen die Verkehrszahlen an. An aufgegebenen Depeschen sind 1.469 und an empfangenen 1.445 vermerkt.

      In der Wetzlarer Telegrafenstation endet am 30. Mai die Amtszeit des „Mechanikus“ Rexroth, der die Stelle seit dem 30. September 1869 innehatte. Sein Nachfolger, der Obertelegraphist Gebauer, versieht den Dienst bis zum 1. Dezember 1875, dem Datum der Vereinigung der Telegrafenstelle mit dem Wetzlarer Postamt. Von Gebauer ist überliefert, dass er es nicht hätte „verwinden können, künftig bei einer nachgeordneten Dienststelle tätig zu sein“ und habe sich deshalb nach Koblenz versetzten lassen.

      Zum Zeitpunkt der Zusammenlegung mit dem Postamt ist die Wetzlarer Telegrafenstelle wie folgt ausgestattet:

      4 Morseapparate mit Blauschreibern
      4 galvanische Elemente
      4 Blitzableiter

      Anschluss hat die Station an folgende Leitungen:

      1 Telegrafenleitung Frankfurt – Wetzlar – Hagen
      1 Telegrafenleitung Worms – Frankfurt – Wetzlar – Gießen
      1 Telegrafenleitung Gießen – Wetzlar – Koblenz
      Darüber hinaus besteht eine Telegrafenleitung zu den Stationen in den Bahnhöfen der „Cöln-Mindener Bahngesellschaft“ und der „Nassauischen Bahn“ in Wetzlar.

      Die erbrachten Dienstleistungen der Station belaufen sich auf täglich ca. 18 aufgegebene und ca. 9 ankommende Telegramme. An Durchgangstellegrammen werden täglich ca. 9 gezählt. Die Jahreseinnahmen belaufen sich auf ca. 4.000 Mark.

    • 1874:
      Die Telegrafenstelle Frankenberg wird dem Postamt angegliedert.

    • 1875:
      Am 1. Juli kommt es zur Vereinigung der Biedenkopfer Telegrafenanstalt mit dem dortigen Postamt.

    • 1877:
      1. August besteht eine Morseleitung zwischen Weilburg und Mengerskirchen.

        
    • 1879:
      Am 16. März kommt es zur Inbetriebnahme einer „Spar-Leitung“ von Biedenkopf nach Breidenbach.

      Aus einem Rapport des Postamtes Limburg/Lahn:
      „Am 1. April wurde bei der Postagentur in Dehrn der Telegraphenbetrieb eingerichtet. Mit der Ausbildung des Sohnes des Postagenten Stahlheber wurde der Postgehilfe Schlau beauftragt. Am 17. Mai 1879 hat der Posthaltersohn Johann Ludwig Stahlheber die Befähigung zur selbstständigen Bedienung des Apparates und zur vollständigen Wahrnehmung des Telegraphendienstes bei einem Verkehrsamt nachgewiesen.“

    • 1880:
      Inbetriebnahme einer Fernsprechleitung von Dillenburg nach Eibelshausen und Straßebersbach.
      Um den steigenden Verkehr zu bewältigen, wird ab dem 9. Februar in der Weilburger Telegrafenstation der volle Tagesdienst eingeführt.
      Am 20.11. wird in Aumenau eine Morse-Betriebsstelle eingerichtet.

    Quellen Bild und Text: Seniorenbeirat der Deutschen Telekom in Giessen
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    Zeitraum  1862 - 1880
    Land:  D
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen : Telegrafenbetriebsstelle Gießen Umbau Weitere Informationen verfuegbar Telegrafenbetriebsstelle Gießen Umbau  

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