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    Homepage > Telefontechnik > Das Fernsprechkabel Berlin–Rheinland
    Berlin–Rheinland Teil 3  3 von 4eine Seite zurückeine Seite vor

    Berlin–Rheinland Teil 3
    Querrschnitt durch eine Pupinspule Abbildung 4

    Die fertigen Kabellängen wurden, auf Holztrommeln gewickelt, zum Teil mit dem Schiff, meist aber mit der Bahn, in möglichste Nähe der Verwendungsstelle gebracht.

    Dort wurden sie mit Hilfe von Handwinden auf normale 5-t Lastkraftwagen umgeladen (sihe Abb. 5). An der Verlegungsstelle ließ man die Kabeltrommeln vom Kraftwagen und deren Anhänger hinunterrollen, wobei sie durch die Handwinde gebremst wurden.

    Das Einziehen in das Zementrohr geschah durch eine besonders für diesen Zweck erbaute, 9.000 kg schwere Motorwinde (siehe Abb. 6) mit einem 500 m langen Seil, das so angeordnet und geführt war, dass man es nach beiden Richtungen hin benutzen konnte. Infolgedessen brauchte man die Winde nur alle 1000 m umzusetzen, wodurch Zeit gespart wurde.

    Die Winde wurde über die betreffende Brunnenöffnung gefahren und fest verankert, darauf der Ausleger für das Seil hinabgelassen und nach Höhe und Seitenrichtung so eingestellt, dass die Seilführungsrolle genau in der Achse des Zementrohres lag.

    Die Einziehgeschwindigkeit war stufenweise bis zu 12 m in der Minute veränderbar, die Motorleistung so bemessen, dass das Kabel auch beim langsamsten Gange nicht zerrissen werden konnte.

     


    Verladung der Kabeltrommel auf Lastwagen Abbildung 5

    Mit das wichtigste bei der Verlegung waren die Spleißarbeiten, durch die die etwa 6.000 einzelnen Kabelstücke miteinander verbunden wurden.

    Vor Beginn des Spleißens war der Kabelbrunnen gut zu trocknen, nötigenfalls auch vorher noch auszupumpen, was durch leistungsfähige Motorpumpen geschah. Hatten die Holzkohlen-Trockenöfen ihre Schuldigkeit getan, so wurden die Kabelenden zur Spleißung vorbereitet (sihe Abb. 7).

    Übergeschobene Kupferröhrchen, die verlötet wurden, stellten die Verbindung zwischen den Enden der einzelnen Adern her. Erleichtert war das Finden der richtigen Ader dadurch, dass die Isolierhüllen durch verschiedenfarbige (weiße, rote, blaue und grüne) Fäden oder Papierbänder unterschieden waren.

    Dasselbe war der Fall bei den einzelnen Adervierern. Die fertigen Lötstellen wurden durch farbige Papierröhrchen isoliert, ebenso die Vierer durch farbige Gruppenröhrchen gekennzeichnet.

    Waren alle Adern richtig verlötet und isoliert, so wurde die noch offene Muffe gut getrocknet, mit Papier- und Gummibändern umwickelt, dann eine Bleimuffe übergelötet und mit Isoliermasse ausgegossen.

    Ursprung: Politechnischen Journal 1922  
    Text und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar


    Zeitraum  1922
    Land:  D
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen verfuegbar Berlin–Rheinland Teil 4 Weitere Informationen verfuegbar Berlin–Rheinland Teil 2

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