Bayern Online EDV Administration Internet Hosting Email Archivierung und Historische Fernmeldetechnik Bayern Online EDV Administration und Historische Fernmeldetechnik EDV Service | Historische Fernmeldetechnik | Bildersammlung
Suchen
info@bayern-online.com
Tel: 0160-6753587


 

Webseiten
  • Homepage
  • Was ist Neu
  • Suchen
  • Suchen - Neu
  • Spritkosten Berechnen
  • Impressum
  • AGB
  • Haftungsausschluss
  • Sitemap
  • Login
  • Marktplatz

  • Kategorien
     > Telefontechnik
        Geschichte Telekommu..
        Lexikon
        Vorwort
        Chronik des Fernmeld..
        Abkürzungen
        Videos
        Hauptbauteile
        Landesfernwahl
        Systeme Liste
        Verbreitung in Europ..
        Bilder
        Stromversorgung
        Animationen
        Links
        2 Sprechstellen mit..
        Vorfeldeinrichtungen
        Rund um die Telefont..
        Schaltungen
        Zusatzeinrichtungen
        Verbindungen
        Fernsprechauskunft
        Biografien
        1909 bis 1922
        Reichspostsystem - B..
        System Dietl Wien
        System 22
        System 27
        System 29
        System 31
        System 34
        System 40
        Wählsystem 48
        Wählsystem 48M
        System 50
        System 55 (EMD)
        System EMK
        Endamt 57
        System 58
        Endämter mit Koordin..
        Technische Dokumenta..
        Fachbuch 40 Jahre Fe..
        Fachbuch Das Rheinla..
        >> Das Fernsprechkab..
        Fachbuch Feyerabend
        Cyclopedia Telephony..
     Bilder
     Webmail Zugang
     Netzwerk EDV Service
     Email-Hilfe
     Schaltpläne

     
    Homepage > Telefontechnik > Das Fernsprechkabel Berlin–Rheinland
    Berlin–Rheinland Teil 2  2 von 4eine Seite zurückeine Seite vor

    Berlin–Rheinland Teil 2
    Frankesche Maschine Abbildung 2

    Die wichtigste, aber auch schwierigste Aufgabe beim Rheinlandkabel war die Pupinisierung.

    Hier seien nur einige der praktischen Aufgaben erwähnt, die sich in reicher Fülle boten. Die Pupinspulen haben, wie bekannt, den Zweck, die Schwächung der Fernsprechströme, die durch die Kapazität der Leitungen entsteht, soweit auszugleichen, dass die Sprache mit genügender Lautstärke und Deutlichkeit übertragen wird.

    Das wird dadurch erreicht, dass die Energie der Entlade Ströme, die bei jedem Vorzeichenwechsel der Fernsprechwechselströme durch die Leitung fließen, in den in gleichmäßigen Abständen über die Leitung verteilten Selbstinduktionsspulen mit Eisenkernen in magnetische Energie verwandelt wird, die dann wieder die Ströme für die Neuladung der Leitung induziert: hierdurch ist der Stromquelle der Sekundärwickelung des Mikrofons die Arbeit abgenommen, die Leitung immer wieder neu zu laden, und die Sprechströme kommen erheblich weniger geschwächt am andern Ende der Leitung an.

    Da aber die Spulen nicht nur die gewünschte Selbstinduktion, sondern auch Ohm'schen Widerstand in die Leitung bringen, kommt, und das ist eine der erwähnten und gleichzeitig eine der wichtigsten praktischen Aufgaben – sehr viel darauf an, Spulen mit möglichst geringem Widerstände zu bauen, denn sonst geht durch den Widerstand zum guten Teile wieder verloren, was durch die erhöhte Selbstinduktion gewonnen wird.

    Geringen Gleichstromwiderstand erreicht man dadurch, dass man Eisen mit möglichst hoher Permeabilität wählt, aber damit dabei nicht zu hohe Eisenverluste entständen, musste man das Eisen fein unterteilen und die Teile gut gegeneinander isolieren.

    Das verringert wieder die Gesamtpermeabilität des Kernes. Außerdem muss man, um die Wirbelstromverluste noch weiter zu verringern, durch Zusätze zum Eisen einen hohen spezifischen elektrischen Widerstand zu erreichen suchen, ohne die Permeabilität zu sehr zu verringern.

    Die geeignete Härte war ebenfalls festzustellen, damit die Spulen die nötige magnetische Konstanz erhielten, insbesondere gegen Gleichstrommagnetisierungen unempfindlich wurden, die bei Messungen oder bei gleichzeitiger Benutzung der Fernsprechleitungen zum Telegraphieren auftreten konnten.

    Was hier rasch aufgezählt ist, erforderte in Wirklichkeit eingehende, oft sehr umfangreiche Untersuchungen. Als geeignete Spulenkerne erwiesen sich schließlich für das Rheinlandkabel solche aus dünnen Eisendrähten von rechteckigem Querschnitt.


    Pupinisierung Abbildung 3

    Eine andere Frage war die der dielektrischen Verluste im Isoliermittel des Kabels.

    Solche Verluste waren bereits 1891 von Ad. Franke mit Hilfe der von ihm konstruierten „Frankeschen Maschine“ (Abb. 2) festgestellt worden. Versuche mit der verbesserten Frankeschen Maschine ergaben, dass bei den Frequenzen der Fernsprechströme bereits geringe Feuchtigkeitsrückstände im Kabel erhebliche dielektrische Verluste verursachten. Man musste also geeignete Verfahren finden, das Kabel bei der Fabrikation schnell und so gut zu trocknen, dass diese Verluste auch in Pupinleitungen für hohe Spannungen erträglich blieben. Dabei durfte aber wieder die Papierisolation nicht zu stark angegriffen werden.

    Der Ausgleich von Kapazitätsunterschieden, die trotz der Verseilung der Viererleitungen übrig blieben und störendes Nebensprechen verursacht hätten (er erfolgte schließlich durch Zusatzkondensatoren), und die Pupinisierung auch der Viererleitungen – man erreichte sie durch einen zweiten Satz von Spulen (Abb. 3) in jeder Doppelleitung, der nur auf die Viererleitung wirkt, während der erste (c) nur für die Doppelleitungen selbst bestimmt ist – stellten weitere große Aufgaben, die aber hier nur kurz erwähnt werden können.

    Hergestellt wurde das Kabel im Kabelwerk der Siemenswerke, die Selbstinduktionsspulen, die Garniturteile und das übrige Zubehör im Wernerwerk. Für die 1,4 mm, 2 und 3 mm starken Leitungen wurde die Form der „Ballonader“ gewählt, d.h. ein starkes Papierband in der Längsrichtung um den Kupferleiter gefaltet und mit einem spiralig umgewickelten Faden festgeschnürt (es sieht dann aus, als bestehe die Ader aus einer Reihe kleiner Ballons); die übrigen Adern erhielten die normale doppelte Umspinnung.

    Das Innere einer Pupinspule ist aus Abb. 4 zu erkennen; verschieden ist für die verschieden starken Leitungen im wesentlichen nur die Größe und das Gewicht der Spulen. Eingebaut sind die Spulen in eine verlötete Zinkmuffe, und diese ist in eine eiserne Schutzmuffe eingeschlossen. 

    Ursprung: Politechnischen Journal 1922  
    Text und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar


    Zeitraum  1922
    Land:  D
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen verfuegbar Berlin–Rheinland Teil 3 Weitere Informationen verfuegbar Berlin–Rheinland Teil 1

    Berlin–Rheinland Teil 2  2 von 4eine Seite zurückeine Seite vor
    Homepage > Telefontechnik > Das Fernsprechkabel Berlin–Rheinland