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    Homepage > Telefontechnik > Das Fernsprechkabel Berlin–Rheinland
    Berlin–Rheinland Teil 1  1 von 4eine Seite vor

    Berlin–Rheinland Teil 1

    Von G. Quaink

    Der Gedanke, die Reichshauptstadt mit dem rheinischwestfälischen Industriegebiet durch ein Fernsprechkabel zu verbinden, tauchte zuerst im Jahr 1910 auf.

    Ein schweres Unwetter hatte im November 1909 die oberirdisch verlegten Telegrafen- und Fernsprechleitungen in einem weitem Umkreis um Berlin zerstört und besonders auf den nach Westen führenden Linien Unterbrechungen des Nachrichten Verkehrs verursacht, die teilweise wochenlang andauerten.

    Ein rund 600 km langes Fernsprechkabel zu schaffen, war damals immerhin ein Wagnis, weil noch keine Erfahrungen mit Fernsprechkabeln so großer Reichweite vorlagen, indessen bot der Stand der Kabeltechnik begründete Aussichten auf Gelingen des Werkes.

    Die Siemens & Halske A. G. hatte, als Ende der 1890er Jahre das Pupinsche Verfahren bekannt geworden war, der Kapazität der Fernsprechleitungen durch Einbau von Selbstinduktionsspulen entgegenzuwirken, richtig erkannt, welche Bedeutung diese Erfindung für die Fernsprechtechnik gewinnen würde, und sich 1902 die erteilten Schutzrechte für Deutschland gesichert.

    Damit war aber nur der allererste Schritt getan, und es bedurfte noch jahrelanger, sehr umfangreicher Forschungs- und namentlich Versuchsarbeiten, ehe das Pupinsche Verfahren für die Anwendung im Großen genügend durchgebildet war. Ein großer Teil dieser Arbeiten wurde in den Laboratorien und Werkstätten der Siemens & Halske A. G. durchgeführt, und auch die Reichstelegrafenverwaltung, insbesondere das Telegrafen-Versuchsamt des Reichspostamtes, arbeitete sehr eifrig an der Lösung der zahlreichen Aufgaben, die die Pupinisierung der Fernsprechleitungen bot. 1910 waren die theoretischen Vorarbeiten soweit gediehen, dass man Fernsprechkabel von 1.000 km Reichweite für ausführbar erklären konnte, und so konnte man an die praktischen Vorarbeiten für den Bau des Rheinlandkabels herangehen.

    Im Jahr 1922 wurde das Rheinlandkabel fertig gestellt. Im November des vorigen Jahres sind auch die letzten Teilstrecken dem Verkehr übergeben worden. Es führt von Berlin über Potsdam und Brandenburg nach Magdeburg, dann über Helmstedt und Braunschweig nach Hannover und weiter über Minden und Bielefeld nach Dortmund. Dort gabelt es sich: Der eine Zweig geht über Hagen und Schwelm nach Köln, der andere über Bochum, Essen und Mülheim nach Düsseldorf. Zwei Seitenlinien verbinden Duisburg mit Mülheim und Elberfeld-Barmen mit Schwelm. Auf diese Weise sind die wichtigsten Orte des rheinischen Industriegebiets in den Wirkungsbereich des Rheinlandkabels einbezogen.

    Das erste Kabelstück, ein Flusskabel durch die Have bei Brandenburg, wurde im Herbst 1912 verlegt, dann ging man nach Berlin und später nach Magdeburg vor.

    Die ganze Strecke Berlin–Magdeburg war im August 1913 fertig gestellt.

    Als der Krieg ausbrach, war man mit der Verlegung des Kabels bis kurz vor Hannover gekommen. Das noch fehlende Stück wurde behelfsmäßig hergestellt unter Verwendung von Kabeln, die man herholte, wo sie gerade verfügbar waren, und man hatte auf diese Weise schon einige Wochen nach Kriegsbeginn wenigstens eine Anzahl wichtiger Leitungen bis Hannover zur Verfügung.

    Der Krieg und seine Folgeerscheinungen unterbrachen dann die Herstellung und Verlegung des Kabels auf Jahre hinaus. Erst im Frühjahr 1920 war im Kabelwerk Gartenfeld der Siemenswerke wieder so viel Kabel fertig gestellt, daß man die Verlegungsarbeiten fortsetzen konnte.

    Man erreichte Dortmund im März 1921, bis aber der Einbau der Spulen und die Schaltarbeiten auf dieser Strecke beendet waren, verging noch über ein halbes Jahr. Inzwischen waren die Arbeiten auf den Endstrecken, Dortmund–Düsseldorf und Dortmund–Köln, begonnen, und diese Strecken sind Mitte November 1921 fertig gestellt worden.

    Der innere Aufbau des Kabels gibt, was Adernzahl und Adernstärke auf den verschiedenen Teilstrecken betrifft, ein anschauliches Bild von den Fortschritten deutscher Wissenschaft und Technik auch während des Krieges – die Fernsprechfernkabel sind ja längst Gegenstand einer besonderen Wissenschaft geworden, mit der sich eine Anzahl tüchtiger Fachgelehrter, an erster Stelle Direktor Dr. Ebeling, eingehend beschäftigt.

    Gegeben war der äußere Durchmesser des Kabels mit etwa 80 mm dadurch, dass es sich in den durchweg 100 mm weiten Zementkanal glatt einziehen lassen musste.

    Aber während man in dem Kabel auf der vor dem Kriege verlegten Strecke, also bis Hannover, nur 52 Doppelleitungen unterbringen konnte, ließ sich diese Zahl auf der Strecke Hannover–Dortmund auf 71 erhöhen, auf den Endstrecken sogar auf 145.

    Bis Hannover sind nur Leitungen von 2 und 3 mm Durchmesser vorgesehen (28 und 24 Doppeladern), die so angeordnet sind, dass die 2 mm starken Leitungen den inneren Teil der Kabelseele bilden, die mit 3 mm den äußeren (s. Abb. 1).

    Auf der Strecke nach Dortmund sind zu den Leitungen von 2 und 3 mm Durchmesser (34 und 30 Paare) noch 7 Doppeladern, mit 1,5 mm starken Leitungen hinzugekommen, die zu einem besonderen, den Kern des ganzen Kabels bildenden Bleikabel |zusammengefasst sind. Man wollte nämlich Messleitungen zur Verfügung haben, die auch beim Auftreten eines Fehlers im Kabel einen guten Isolationszustand behielten, also genaue Messungen und damit ein schnelles Feststellen des Fehler Ortes  ermöglichten; außerdem sind diese 7 Innenleitungen zu Telegrafier Versuchen bestimmt und dienen auch als Reservesprechleitungen.

    Ein Teil der Leitungen auf dieser Strecke besteht aus Aluminium, weil Kupfer schwer zu beschaffen war und die Reichstelegraphenverwaltung Versuche mit den unabhängig von ausländischer Zufuhr aus deutschen Rohstoffen herstellbaren Aluminiumleitungen plante.

    Anders ist der Aufbau des Kabels auf den Schluss-Strecken, von Dortmund nach Düsseldorf und nach Köln. Hier brauchte man nur je 14 der Stammadern von 2 und 3 mm und hat diese, die stärkeren innen, um das Kernkabel mit den 7 Leitungen von 1,5 mm Durchmesser gelegt.

    Dafür aber bestand hier ein dringendes Bedürfnis nach einer größeren Zahl schwächerer Leitungen für den Verkehr der rheinisch-westfälischen Industrieorte untereinander. Dem hat man dadurch entsprochen, daß man 28 Doppelleitungen aus 1,4 mm und darüber noch eine Lage von 82 Doppelleitungen aus 0,9 mm starken Drähten im Kabel untergebracht hat.


    Querrschnitt durch das Rheinlandkabel

    Die Zahl der Sprechkreise ist überall nicht unerheblich größer als die der Doppelleitungen. Man hat nämlich alle oder eine größere Zahl von je zwei Doppelleitungen zu Vierern zusammengefasst und dadurch immer aus 2 Doppelleitungen 3 Sprechkreise erhalten: jede Doppelleitung bildet einen Sprechkreis für sich und gleichzeitig den einen Zweig des Viererkreises.

    Im Rheinlandkabel sind bis Hannover alle Doppelleitungen zu Vierern geschaltet, so dass 78 Sprechkreise entstehen; von diesen sind die 42 mit 2 mm starken Leitern für die Teilstrecken, die 36 mit den 3 mm starken für den Durchgangsverkehr auf der ganzen Strecke bestimmt. Auf der Strecke Hannover–Dortmund beträgt die Zahl der Sprechkreise 91, da 24 von den schwächeren und alle 30 stärkeren Leitungen zu Vierern verseilt sind.

    Von Dortmund nach Düsseldorf und Köln stehen, ohne die 7 Doppelleitungen im Kern, 207 Sprechkreise zur Verfügung, denn die 138 Doppelleitungen sind sämtlich zu 69 Vierern vereinigt.

    Die äußere Hülle des Rheinlandkabels ist auf den Strecken bis Hannover ein 3,6 mm starker Mantel aus Blei mit 3% Zinnzusatz. Da Zinn nach dem Kriege teuer und schwer zu erhalten war, ist weiterhin ein 4 mm starker Mantel aus reinem Blei verwendet worden, und man hat die Erfahrung gemacht, dass sich das Kabel auch mit diesem Mantel gut in die Kabelöffnung einziehen ließ, obwohl sie im Verhältnis zum Kabel klein war.

    Mit einem blanken Bleimantel konnte man sich begnügen, weil das Kabel in einen Zementrohrkanal verlegt ist und in diesem für später hinzuzufügende Kabel 3 besondere Öffnungen vorgesehen sind, so dass die Kabel einander nicht berühren.

    Nur da, wo Erdkabel oder Flusskabel erforderlich wurden, – die erstgenannten z.B. bei Sumpfstrecken – ist der Bleimantel noch besonders geschützt: um ihn ist ein in Asphalt eingebettetes Papierband gewickelt, darüber eine Lage imprägnierter Jute und eine 1,7 mm starke Eisenbewehrung aus trapezförmigen, verzinkten Drähten. Die Bewehrung ist bei den Erdkabeln mit einem asphaltierten Jutepolster umhüllt, bei den Flusskabeln liegt noch ein Jutepolster und eine Schicht 8,6 mm starker, verzinkter Rundeisendrähte zwischen der inneren Eisenbewehrung und der äußersten asphaltierten Juteschicht.

    Ursprung: Politechnischen Journal 1922  
    Text und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar


    Zeitraum  1922
    Land:  D
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen verfuegbar Berlin–Rheinland Teil 2  

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