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    Homepage > Telefontechnik > Geschichte Telekommunikation bis 1999
    Baubeginn des Rheinlandkabels  149 von 435eine Seite zurückeine Seite vor

    Baubeginn des Rheinlandkabels
    Muster vom Rheinlandkabel

    Im Jahr 1912 erfolgte der Baubeginn des Rheinlandkabels, damit erfolgte auch der Einstieg in das Fernnetz in größerem Umfang.

     

     

    Fernverbindungen wurden in Deutschland bis zum Jahr 1912 fast ausschließlich über Freileitungen hergestellt.

    In den Wintermonaten kam es durch extreme Wetterlagen immer wieder zur Beschädigung der Freileitungen durch gefrorenes Eis und Schnee. Starke Stürme knickten die Masten oft reihenweise um.

     

    Solche Natur Ereignisse beschleunigten die Pläne der Verwaltung, die Fernkabel unter die Erde zu legen. Man hatte inzwischen auch  Erfahrungen, wie man mittels Pupinspulen die Dämpfung der langen Fernsprechkabel verringern konnte. Das Übersprechen zwischen den Adern konnte durch eine Verseilung (Verdrillung) verbessert werden.

     

    Das Bild zeigt ein Muster (Nachbau) des Rheinlandkabels, die stärksten Adern hatten einen Durchmesser von 4 mm.

    Bildquelle Foto JH:
    Förderverein Telekom-Historik Bochum e.V

     

    Im Juli 1912 erhielt die Firma Siemens & Halske den Auftrag zur Verlegung des sogenannten Rheinlandkabels. Im ersten Bauabschnitt wurde 1913/1914 zunächst das Kabel von Berlin nach Hannover verlegt.

     

    Leitungsverstärker waren seit 1912 bekannt, aber noch nicht ausgiebig erprobt worden. Die Konstruktion des Rheinlandkabels war so, dass ohne die Einschaltung von Verstärkern eine Verbindung von Berlin bis in das Rheinland möglich gewesen wäre. Die Arbeiten an der Kabellinie wurden durch den ersten Weltkrieg unterbrochen.

     

    Mehr zu dem Rheinlandkabel siehe: Fachbuch Beschreibung Rheinlandkabel.

     

    Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Möglichkeiten von Verstärkern berücksichtigt.

     

    Die ständig steigende Nachfrage nach Sprechverbindung hatte bereits im Jahr 1914 zu Versuchen geführt, mehrere Kanäle im Trägerfrequenzverfahren über eine Leitung zu übertragen.

     

    Phantomschaltungen mit Übertragen ermöglicht sowohl auf gekreuzt geführten Freileitungen als auch auf Fernkabel mit Doppeladern die Mehrfachausnutzung der Leitungen mit minimalem technischen Aufwand.

     

    Im Jahr 1914 erprobte man Simultanschaltung zur gleichzeitigen Übertragung von Telefongesprächen und Telegrafie auf der gleichen Leitung. Diese Unterlagerungs Telegrafie  wurde dann verstärkt eingeführt um die Kabel wirtschaftlich ausnutzen zu können.

     

    Die zwei grundlegenden technischen Erfindungen während der Kriegszeit waren der Verstärker und die Gabelschaltung. Diese Technik war  für die Überbrückung sehr großer Leitungslängen geeignet. Seit dem Jahr 1916 wurden verbesserte Verstärker und  Hochvakuumröhren in Massenfertigung hergestellt.

     

    Mit der Elektronenröhre gelang es im Jahr 1918 über 100 km im Trägerfrequenzverfahren auf Freileitungen zu übertragen. Die ersten deutschen Verstärker Ämter entstanden in den Jahren 1920/1921 in Berlin, Hamburg und  München. Der Einsatz der Gabelschaltung ermöglichte die getrennte Verstärkung der Sprache in jeder einzelnen Richtung und damit eine klare Verständigung über weite Entfernungen. Es wird aber eine Doppelleitung für jede Richtung erforderlich.

     

    Es sollten noch zehn Jahre vergehen bis es 1932 gelang, das Trägerfrequenzverfahren auch auf  den Fernkabeln zu realisieren.

     

    Beim Einsatz von Verstärkern musste in den Kabeladern die Bespulung der Adern verringert und beim Trägerfrequenzbetrieb ganz entfernt werden. Die Pupinspulen waren  in Spulenkästen längs der Kabeltrasse untergebracht, ein Ausbau oder eine Änderung waren kein großes Problem.

     

    Das Fernkabelnetz wurde seit 1921 von der Deutschen Fernkabel Gesellschaft verlegt und unterhalten, einem gemeinsamen Unternehmen vom Postministerium und den Kabellieferanten.


     


    Zeichnung für den Einsatz der Pupin Spulen in einem Kabel

    Pupinleitungen

     

    Nach dem Erfinder dieses Verfahrens Michael Pupin, werden bespulte Leitungen auch Pupinleitungen und die die Spulen Pupinspulen genannt.

     

    Der komplexe Widerstand von Niederfrequenzleitungen mit Doppeladern in dem Telefonnetz kann durch Erhöhung der Induktivität verringert werden.

     

    Die Pupinspulen kompensieren mit ihrem induktiven Widerstand die in Telefonleitungen wegen enger Parallelführung der Adern auftretende Kapazität. Die Leitung hat dann bei gleicher Länge eine geringere Dämpfung und die Sprechverständlichkeit ist besser.

     

    Im deutschen Telefonnetz wurden früher im Abstand  von 1.700 m (1.680-1.720) m und Auslauffeld  840-860 m Spulen mit einer Induktivität von 80/50 mH eingesetzt.


    Zeitraum  1912
    Land:  D
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen : Fernkabelnetz Deutschland 1930 Weitere Informationen verfuegbar Fernkabelnetz Deutschland 1930 Weitere Informationen : Fernkabelnetz Deutschland 1927 Weitere Informationen verfuegbar Fernkabelnetz Deutschland 1927
    Weitere Informationen : Rheinlandkabel  - Titelseite Weitere Informationen verfuegbar Rheinlandkabel - Titelseite Weitere Informationen : Bespulte Leitung mit Pupinspulen Weitere Informationen verfuegbar Bespulte Leitung mit Pupinspulen

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