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    Anrufsucher Gruppen
    Anrufsucher Gruppen

    Die vier- und achtarmigen Ausführungen der EMD-Wählers ermöglichten die Vorwahlstufe mit 100er- oder 200er-Teilnehmergruppen aufzubauen. In den meisten Fällen wurden l00er- Teilnehmergruppen gebildet und dementsprechend kam der 100 (112)-teilige EMD Wähler zum Einsatz. Bei diesem Wähler konnten bis 110 Schritte im Vielfach beschaltet werden. Als Beispiel konnten zu den 100 normalen Teilnehmern noch 10 Münzfernsprecher angeschaltet werden, die ja nicht anrufbar waren, oder die Leitungen von Wählsternanschlüssen. 

    In besonders gelagerten Fällen wurden in der Vorwahlstufe 200 (224)-teilige EMD Wähler verwendet. Diese wurden meistens auf einen Teil der Teilnehmergruppen beschränkt. 

    Die Zahl der Anrufsucher in jeder Teilnehmergruppe wurde nach dem Verkehrsaufkommen der jeweiligen Teilnehmergruppe bemessen.  

    Die Abnehmerleitungen einer oder mehrerer Anrufsucher-Gruppen wurden zu vollkommenen Leitungs-Bündeln zusammengefasst. Entsprechend der Anschlusszahl, der Größe des Verkehrs konnten die Anrufsucher einstufig oder zweistufig angeordnet werden.  

    Die beiden Bilder zeigen ein paar ein- und zweistufige Beispiele der Vorwalstufe mit Anrufsuchern. Welcher Gruppierung im Einzelfall der Vorzug gegeben wurde, wurde nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden. Bei der einstufigen Anordnung der Anrufsucher führten die Abnehmerleitungen ohne Umwege direkt zur nächsten Wahlstufe (siehe Bild Schaltung a oder b).
    Diese Art der Gruppierung wurde meistens in kleineren Vermittlungsstellen mit wenigen 100er-(200er-) Gruppen und für Teilnehmergruppen mit sehr hohem Verkehrsaufkommen, z. B. Teilnehmergruppen mit Sammel- und großen Sammelanschlüssen (Amtsleitungen von größeren Nebenstellenanlagen) eingesetzt.

    Bei der einstufigen Anordnung konnten die 200er Gruppen auch in zwei 100er Teilgruppen aufgeteilt  werden, von denen jede Teilgruppe eine bestimmte Anzahl von 100(112)-teiligen  Anrufsuchern für den Grundverkehr erhält, während beiden Teilgruppen gemeinsam für den überlaufenden Spitzenverkehr mehrere 200(224)-teilige Spitzenanrufsucher zur Verfügung gestellt bekamen. (Siehe Bild Schaltung c).

    Die Spitzenanrufsucher wurden schaltungstechnisch nur dann angelassen, wenn bei einem Anruf aus der betreffenden Teilgruppe kein 100(112)-teiliger Anrufsucher mehr verfügbar  war.

    Bei der zweistufigen Anordnung der Anrufsucher führten entweder alle Abnehmerleitungen oder nur ein Teil davon über einen II. Anrufsucher. Die zweistufige Führung aller Abnehmerleitungen der Vorwahlstufe (sieh Bild Schaltung d) war nur dann zweckmäßig, wenn es sich um besonders wichtige Leitungen handelte, z. B. um die Verbindungsleitungen zwischen einer Teilvermittlungsstelle ohne Umsteuerverkehr zur übergeordneten Vermittlungsstelle.


    Anrufsucher Gruppen

    Die gemischte ein- und zweistufige Gruppierung mit Anrufsuchern, I. Anrufsuchern(ASg) und II. Anrufsucher (siehe Bild Schaltung e) gleicht im Prinzip der einstufigen Gruppierung mit Spitzenanrufsuchern.

    Der Grundverkehr wurde über Anrufsucher (ASg) direkt zu den Abnehmerschaltgliedern geführt, der überlaufende Verkehrsanteil (Spitzenverkehr), wurde von den I. Anrufsucher (ASg) von verschiedenen 100er-Gruppen erfasst und über eine gemeinsame Gruppe II. Anrufsucher in einem Bündel zu den nachfolgenden Schaltgliedern geführt.

    Eine weitere Möglichkeit, den überlaufenden Spitzenverkehr mit Hilfe einer gemischten ein- und zweistufigen Gruppierung der Anrufsucher zu erfassen, bestand durch die Anordnung von Anrufsuchern und Überlaufanrufsuchern (ÜAS) (siehe Bild Schaltung ff). Bei dieser Gruppierung wurde der Grundverkehr nur über Anrufsucher, der Spitzenverkehr über Überlaufanrufsucher und Anrufsuchern zu den I. Gruppenwahlstufen geführt. Die Überlaufanrufsucher waren an die freien Schritte der Anrufsucher angeschossen. Das waren die freien Rastschritte wie sie bei einem Leitungswählers vorhanden waren. 

    Die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Möglichkeiten bei der Anordnung der Anrufsucher, richteten sich nach der Größe der Vermittlungsstelle, dem Verkehr, an die spätere erwartete  Verkehrssteigerungen, nach dem Gestellausbau und nach dem Aufwand für die nachfolgenden Schaltstufen.


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