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    Homepage > Telefontechnik > Geschichte Telekommunikation bis 1999
    1928 *** Kurznachrichten ***  197 von 435eine Seite zurückeine Seite vor

    1928 *** Kurznachrichten ***
    1928 *** Kurznachrichten ***
    • 14. Januar: Mit dem Fernmeldeanlagengesetz (FAG) wird das Fernmeldemonopol für die Deutsche Reichspost festgeschrieben. Durch dieses Gesetz werden Telegraphen- Fernsprech- und Funkanlagen zu dem Begriff Fernmeldeanlagen zusammengefasst.

    • Am 10. Februar 1928 nahmen Deutschland und die USA den drahtlosen Fernsprechverkehr über Funk auf. Den neuen Dienst nutzten Banken, die sich über die Börsenkurse in New York informieren wollten. [weitere Infos]

    • Fernsprechtischapparat: Der neue Fernsprecher mit Nummerschalter wog nur noch 2,1 kg.
      (1907 = 5,8 kg, 1912 = 4 kg, 1915 = 3,5 kg, 1924 = 2,5 kg)

    • Bezirksnetz: Viele Bezirksnetze wurden auf den Schnellverkehr umgestellt.

    • Berlin und Mannheim erhalten die neuen Tischfernämter.

    • Bayern: Die Rundfunkprogramme wurden über das Fernsprechnetz als NF verbreitet.
      Die im Jahr 1926 durchgeführten Versuche den Rundfunk über HF durch das Hochspannungsnetz (Rosnitz bei Altenburg in Thüringen) zu verbreiten waren nicht zufriedenstellend.

    • Wechstromübertragung: Die Wechstromfernwahl wird in Bayern weiter ausgebaut.

    • Weitverkehr: Die Reichspost führte Versuche mit ausländischen Fernmeldeverwaltungen durch. Auf Grund dieser Versuche wurden für die Weitverkehrskabel leichtere Bespulungen eingeführt.

    • Öffentliche Sprechstellen: Es wird angestrebt die öffentlichen Sprechstellen auf Strassen und anderen Plätzen möglichst mit einem einheitlichen Fernsprechhäuschen auszustatten. Die Schilder tragen die Bezeichnung: Öffentlicher Fernsprecher.

    • Drahtfunk: In Bayern wurden Rundfunkprogramme auch über das Fernsprechnetz in Niederfrequenz verbreitet.

    • Schnellverkehr: Einige Bezirksfernsprechnetze wurden auf den Schnellverkehr umgestellt.

    • Bildtelegraph: Die erste Inlandsverbindung zwischen Berlin und Köln wird eröffnet. Das Bild wurde abgetastet und als helle und dunkle Bildpunkte übertragen. Es funktioniert ähnlich wie das heute Faxgerät, nur mit einer wesentlich schlechteren Auflösung.

    • SWFD: Der Selbstwählfernverkehr wird im Bereich einer Netzgruppe von etwa 25 km auf circa 100 km erweitert. Es wird das offene Kennzahlensystem eingeführt.

    • Tonfrequenzwahl: Die Fernwahl über das Tonfrequenzverfahren bewährte sich gut. Es werden dabei auch große Entfernungen wie Berlin - Mannheim überbrückt. (Einfrequenz-Tonwahl mit 500 Hz)

    • Belitz: Es wurde von Telefunken in der Nähe des heutigen Ortsteiles Schönefeld eine Übersee-Empfangsstation aufgebaut. Sie diente der telegrafischen und telefonischen Kommunikation, zuerst hauptsächlich mit den USA und Südamerika. Im Verein mit der Betriebszentrale beim Haupttelegrafenamt Berlin (HTA) und der Übersee-Sendestation Nauen wurden Telegramme, Funkgespräche und Bildtelegramme (ähnlich dem heutigen Fax) zwischen Deutschland und dem Ausland per Funk auf Lang- oder Kurzwellen übertragen. Ursprünglich gebaut für das Telefunken Tochterunternehmen Transradio (und als Ersatz für die Station in Geltow) wurden die Funkempfangsstelle (wie auch die Sendestation in Nauen) 1930 der Deutschen Post unterstellt

    • Österreich: Es werden in Wien drei weiter Vermittlungsstellen eröffnet (Dreihufeisengasse II, Hebragasse II und Treustraße).

      Die Telefonnummer wird auf 6-stellige Nummern umgestellt. Bei diesem System war die erste Zahl durch einen Buchstaben ausgedrückt, diese befanden sich auch auf der Wählscheibe. Ein Telefonnummer wurde dann in der Form U 28334 angeben. Die Wählscheibe hatte auch noch eine andere Reichenfolge der Ziffern, sie begann mit der Ziffer 0 und endete mit der Ziffer 9. Die Umstellung auf die Reihenfolge von 0 bis 9 erfolgt im Jahre 1957.

      Alle neuen Telefonapparate erhalten eine Wählscheibe für den automatischen Betrieb. Im eigenen Bereich konnten die Teilenehmer ohne das Handvermittlungsamt die Nummern selbst wählen.

    • Frankreich: Der Ort Troyes bekommt die französische Entwicklung des Rotary-System für 2.000 Anschlusseinheiten.

    • Frankreich: Beginn der Automatisierung im Ortsnetz Paris in der Vermittlungsstelle Carnot mit 3.500 Anschlusseinheiten, die geplante Umstellung verzögerte sich um 5 Jahre wegen der Mittelkürzung bis in das Jahr 1939.

    • Spanien 1. Januar: Es bestehen 1.737 Ortsnetze mit 125.247 Teilnehmern

    • Spanien 17. Mai: Eröffnung von 2 Fernleitungen nach Portugal

    • Spanien Mai: Eröffnung der Fernleitung Madrid – Paris. Diese Leitung war für 3 Hochfrequenzkanäle ausgelegt. (Trägerfrequenz)

      Über diese Leitungen wurde im Jahr 1928 der Auslandsverkehr zu folgenden Ländern eröffnet:
      9. Juni: nach Belgien
      15. Juni: nach Niederlande
      10. August: nach  Deutschland

    • Niederlande: Abschluss der Umstellung auf automatischen Betrieb in Den Haag und Amsterdam.

    • Belgien: in Brüssel wurde der 50.000 Anschluss eingerichtet.
      Die letzte Handvermittlung wurde automatisiert.
      Die Welttelegraphenkonferenz fand in Brüssel statt.

    • Polen: Ein Sofortplan sah 5 Linien mit 2.000 km Kabel mit einer Investition von 180 Mio. Zloty vor.  Ein Folgeplan sah ebenfalls 5 Linien mit 2.000 km Kabel vor, jedoch nur mit einer Investitionssumme von 120 Mio. Zloty.

    • Finnland 22. Dezember: Eröffnung des Seekabel über die Alands Inseln.

    • Portugal: die erste Fernleitung mit dem Ausland Lissabon – Madrid wird gebaut. Über diese Leitung wurde der Sprechverkehr mit Spanien, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Niederlanden und mit Deutschland eröffnet.

    • Bulgarien 18. Oktober: Der Ferndienst nach Rumänien war durch den Kriegsausbruch im Jahr 1916 unterbrochen. Die Leitung Sofia – Bukarest wurde wieder in Betrieb gesetzt.

    • Luxemburg: Inbetriebnahme der Kabelstrecken Luxemburg – Diekirch, Luxemburg – Esch –Petange.


    Zeitraum  1928

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