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    Homepage > Telefontechnik > Geschichte Telekommunikation bis 1999
    1912 *** Kurznachrichten ***  150 von 435eine Seite zurückeine Seite vor

    1912 *** Kurznachrichten ***
    Siemens-Schnelltelegraf - Empfänger
    • 1. April: Zwischen Spanien - Madrid und Frankreich - Paris wurde die erste Telefonleitung in Betrieb genommen.

    • 15. April: In Berlin Charlottenburg wird die erste Telefonzelle eingeweiht.

    • Berlin 9. Juli: Alfred Lorenz versucht eine telefonische Opernübertragung aus dem Opernhaus in Berlin in die Wohnung des Kronprinzen-Ehepaares in dem Vorort Danzig-Langfuhr. Die technisch einwandfreie wurde vorzeitig abgebrochen, da sie vermutlich durch ein großes Übersprechen die benachbarten Fernsprechleitungen gestört hatte.

    • 6. September: Die Oberpostdirektion in Berlin beschließt, einem Ortsansässigen Rechtsanwalt den Fernsprechanschluss zu sperren. Der Rechtsanwalt hatte die weiblichen Telefonistinnen öfters wegen schlechter Verbindungen beschimpft und auf Ermahnungen von der Postdirektion nicht reagiert.

    • 1. November:  Zwischen den Ortschafen Berlin und Düsseldorf wurde  die erste Nachrichtenverbindung mit dem Schnelltelegrafen eröffnet. Dieser Telegraf wurde unter Leitung von Wilhelm von Siemens von August Raps konstruiert. Bis zum Jahr 1914 hatte sich das Netz mit dem 1.000 Zeichen pro Minute arbeitenden Systems über weite Teile Europas ausgedehnt.
      Siehe Bild rechts oben


    • Fernleitung: Beginn der Bauarbeiten für die Leitung Berlin - Mailand mit einer Länge von 1.350 km und 4,5 mm Aderndurchmesser. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 1914.

    • Verstärker: Der erste Fernsprechverstärker mit Liebenröhre wurde entwickelt.

    • Schweiz: Siemens & Halske lieferte für die Basler Versicherung eine große Nebenstellenanlage.

    • Großbritannien 1. Januar: Der Staat übernimmt den Fernsprechbetrieb nach Ablauf der Konzessionen.

    • Großbritannien: Die erste Wähl-Vermittlungs-Anlage ging in Betrieb.

    • London 10. April: Es gelang erstmals der Versuch, von einem Flugzeug aus mit Hilfe der drahtlosen Telegrafie eine Nachricht über eine Entfernung von mehr als vier Kilometern zu senden.

    • Island: Das erste Ortskabel wurde in Reykjavik verlegt.

    • 1. Mai Großbritannien - Amerika:  Zwischen Großbritannien und Amerika wurde ein regelmäßiger drahtloser Telegrafendienst aufgenommen. Die Strecke führte von London über Elifden an der Westküste Irlands nach der Glace Bay in Kanada. Von dort wurden die Nachrichten auf den Strecken der Western Union Telegraph Company weitergeleitet. Eiltelegramme konnten so innerhalb von zehn Minuten den Empfänger erreichen.

    • 15. April: Die Titanic der White-Star-Line, welches in den späten Abendstunden am  14. April 1911 mit einem Eisberg zusammengestoßen war, versank in den Morgenstunden mit 1.490 Passagieren im Nordatlantiks. Es befand sich auf der Jungfernfahrt von Southampton nach New York. Funkmeldungen von anderen Schiffen über den Kurs von gefährlichen Eisbergen ignorierte der Kapitän. Er wollt  für die schnellste Fahrt über den Atlantic das Blaue Band zu erringen.

    • London 5. Juli:  Die dritte internationalen Funk-Konferenz in London, die auch als Titanic-Konferenz bezeichnet wurde, die  sie sich auch mit den Folgerungen aus der großen Schiffskatastrophe von der Titanic am 15. 4.1912 befasste, wurde die radiotelegraphische Konvention unterzeichnet. Zu jenem Zeitpunkt waren circa 500 Küsten- und 2.750 Schiffs-Funkstationen in Betrieb.

    Siemens Entwicklungen


    Siemens Aktivitäten:

    • Patent über Mitlaufwerke in Wählanlagen.
    • Patent für Nebenstellenanlagen mit halbselbsttätiger Vermittlung.
    • Entwicklung eines Schleifensystems mit doppelter Vorwahl für Wählerämter.
    • Lieferung des Wähleramtes Rom-Prati (steuerschalterloses Erdsystem).
    • Lieferung des größten Wähleramtes der Welt jener Zeit (17.000 Anschlüsse) für Dresden.
    • Siemens erfand den Schnelltelegraphen mit Lochstreifen (ca. 5.000 Wörter/Std). Einführung in das Heer im Jahr 1917.


    Bericht aus dem Polytechnischen Journal 1912, Band 327 (S. 699–702)

    Neue Pupinleitungen. Der Telegraphen- und Fernsprech-Technik, Beilage der Blätter für Post und Telegraphie, entnehmen wir z. T. folgendes:

    • Die Kopenhagener Telefon-Aktien-Gesellschaft ersetzt die wichtigeren Vorortsleitungen durch Pupinkabel. Der größte Teil der Kabel und Spulen ist schon verlegt. Es kommen insgesamt 76 km Kabel in Betracht.

    • Die russische Verwaltung baut eine 3 mm starke Pupin Freileitung von Petersburg nach Moskau (640 km).

    • In Österreich wird eine 300 km lange, 3,5 mm starke Freileitung von Wien nach Bielitz mit Pupinspulen ausgerüstet.

    • In Frankreich sollen zwei Pupin Freileitungen von Paris nach Marseille gebaut werden, die eine von der Telegraphen-Verwaltung, die andere von der Eisenbahngesellschaft P. L. M. (Paris-Lyon-Méditerranée).
      Zwischen Paris und Versailles wird ein Pupinkabel verlegt, daß ebenso wie die Kopenhagener Kabel nach dem Dieselhorst Martin System gebaut ist.

    • In England werden Versuche mit Pupin Freileitungen angestellt. Infolge des feuchten Klimas und wahrscheinlich auch wegen des Gehaltes der Luft an leitenden Bestandteilen, die durch die Schornsteine der zahlreichen industriellen Anlagen ausgeschieden werden, sind die Isolationsverhältnisse in England ungünstig. Durch die Versuche soll nun festgestellt werden, wie stark man bei den obwaltenden Verhältnissen die Freileitungen mit Selbstinduktion belasten muss, um das günstigste Resultat zu bekommen.

    • Auch in Deutschland werden von der Reichspostverwaltung mehrere lange Pupin Freileitungen gebaut. Die deutschen Eisenbahnverwaltungen verwenden das Pupin System in ausgedehntem Maße, sowohl bei Freileitungen wie bei Kabeln.

    Zeitraum  1912

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